
Der wichtige Grenzübergang Rafah sollte eigentlich im Rahmen des seit Oktober geltenden Waffenruhe-Abkommens zwischen Israel und der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas bereits wieder geöffnet werden. Die Verbindung zwischen Ägypten und dem südlichen Gazastreifen ist eine wichtige Passage für humanitäre Hilfe für die 2,2 Millionen Einwohner des Gazastreifens.
Medienberichten zufolge hatten die US-Gesandten Steve Witkoff und Jared Kushner die israelische Regierung während ihres Besuchs am Wochenende zur Öffnung des Grenzübergangs gedrängt.
Eine Leiche wird noch gesucht
Die Leiche des israelischen Staatsbürgers Ran Gvili wird noch im Gazastreifen vermutet. Israel macht ihre Rückführung zur Bedingung für den Einstieg in die zweite Phase des US-Friedensplans. Die israelische Armee erklärte, sie habe am Sonntag einen Friedhof in dem Küstenstreifen nach Gvilis sterblichen Überresten durchsucht. Augenzeugen berichteten, im Al-Saitun-Viertel der Stadt Gaza sei Leuchtmunition abgefeuert worden, Militärfahrzeuge seien unterwegs gewesen.
Ein Sprecher des bewaffneten Arms der Hamas, die Essedin-al-Qassam-Brigaden, erklärte, die Gruppe habe „den Vermittlern alle Details und Informationen in unserem Besitz über den Ort der Leiche“ übermittelt. Der damals 24-jährige Gvili war am 7. Oktober 2023 beim Terrorangriff der Hamas getötet worden.
Der kürzlich ernannte Vorsitzende der Übergangsverwaltung für den Gazastreifen, Ali Schaath, hatte am Donnerstag angekündigt, „dass der Grenzübergang Rafah in der nächsten Woche in beide Richtungen öffnet“.
Seit dem 10. Oktober gilt im Gazastreifen eine fragile Waffenruhe zwischen der Hamas und Israel. Beide Seiten werfen sich jedoch immer wieder Verstöße gegen die Vereinbarung vor.
