Iris Berben (75) steht seit jungen Jahren vor der Kamera. Bis heute ist die 75-Jährige nicht aus der deutschen Filmlandschaft wegzudenken. Darüber hinaus ist sie für ihr strahlendes Aussehen und ihr Modebewusstsein bekannt. Nun erzählt sie, welchen Stellenwert das richtige Outfit in ihrer Welt einnimmt – und stellt klar, bei welchem gut gemeinten Kompliment sie rot sieht.
Iris Berben über Mode: „Hat sehr viel mit Stimmung zu tun“
Iris Berben verrät dem „Madame Magazin“, warum modische Entscheidungen mehr als nur eine Oberflächlichkeit sind: „Es ist ganz wichtig, dass Frauen Neues ausprobieren, um zu sehen, worin sie sich wohlfühlen.“ Dabei solle man sich konkrete Fragen stellen: „Willst du provozieren? Möchtest du dich zurückziehen? Soll es dir Schutz bieten? Willst du sexy sein? Es gibt ja so viele Möglichkeiten. Und es gibt eben auch nicht die eine Schublade, in die wir gehören.“
Für Berben selbst spiele Mode eine große Rolle – eine Stylistin habe sie aber keine: „Darüber lachen immer noch alle, und ich höre aber immer wieder, ich hätte so einen extrem guten Geschmack, wie ich mich kleide. Hat vielleicht damit zu tun, dass ich mich damit beschäftige.“ Denn die 75-Jährige befolgt ihren eigenen Rat und fragt sich: „Welches Signal will ich senden? Worin fühle ich mich wohl? Ich suche mir meine eigenen Sachen. Das hat sehr viel mit Stimmung zu tun. Eben die Geschichte, die man erzählen möchte.“

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Iris Berben mag Dresscodes: „Das hat mit Respekt zu tun“
Für die Schauspielerin ist klar: „Ich finde, Mode ist Teil der Kultur. Das haben wir auch [lange in Deutschland nicht] wahrgenommen. Mode erzählt viel über eine Zeit. Und kann sehr viel über eine Figur und einen Menschen erzählen.“ Dabei kleide sie sich gerne der jeweiligen Situation entsprechend: „Ich bin auch jemand, der es mag, dass es immer noch Dresscodes gibt für ganz bestimmte Anlässe. Die eher etwas für mich nicht mit Zwang, sondern mit Respekt zu tun haben, für eine Veranstaltung, an der man teilnimmt.“
Fragwürdiges Kompliment: Iris Berben könnte bei diesem Satz „schreien“
„Für Ihr Alter sehen Sie aber noch gut aus.“ Ein Kompliment, das Iris Berben mit 75 Jahren oft hört. Doch die Schauspielerin stellt unmissverständlich klar, was sie von diesen Worten hält: „Für mich der allerschlimmste Satz. […] Ich könnte schreien, wenn ich den Satz höre.“ Denn sie möchte sich nicht auf ihr Alter reduzieren lassen.

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Heutzutage sehe ihre Beauty-Routine deutlich unkomplizierter aus als früher, gibt Iris Berben ehrlich zu: „Es gab eine Zeit, da habe ich mich viel mehr versteckt hinter Make-up. Heute habe ich auch kein Problem damit, ‚extrem reduziert‘ irgendwo zu sein. Das hat auch etwas mit Selbstbewusstsein und mit einer Selbsthaltung zu tun.“
Ihr ist wichtig zu betonen, dass das Publikum nicht alles glauben dürfe, was es präsentiert bekommt. Das betreffe vor allem das Gesicht: „Wenn ich nicht ausgeleuchtet bin, sehe ich auch ganz anders aus. […] Vieles, was Ihr im Hochglanz seht, ist schon extrem stark hergestellt. Es gibt auch die andere Seite und beide sollte man zulassen und leben und damit leben.“
