Irankrieg: Welche Stützpunkte in Deutschland das US-Militär nutzt

Was Donald Trump am Dienstag im Weißen Haus neben Bundeskanzler Friedrich Merz zum Irankrieg sagte, ließ aufhorchen: Deutschland habe die USA unterstützt, indem es den Streitkräften Zugang zu gewissen Stützpunkten gewähre. „Sie lassen uns in bestimmten Gebieten landen, und wir wissen das zu schätzen, und sie machen es uns einfach angenehm“, sagte der US-Präsident. Deutschland sei „großartig“ gewesen.

Dieses Lob steht im starken Kontrast zu Trumps Äußerungen über Spanien und Großbritannien im Zuge dieses Krieges; der Präsident kritisierte die beiden Staaten für eine ausbleibende oder zu langsame Unterstützung.

Trump dürfte sich mit seinen freund­lichen Worten für Deutschland insbesondere auf die amerikanische Ramstein Air Base in Rheinland-Pfalz bezogen haben. Es ist der größte US-Luftwaffenstützpunkt in Europa und gilt als der wichtigste. Von dort werden Einsätze im Nahen Osten geplant, Aufklärungsdaten analysiert – oder Steuerbefehle von Drohnenpiloten ins Einsatzgebiet weitergeleitet.

Daten des Portals „Flightradar24“ zeigten am Mittwoch, dass dort mehrere amerikanische Flugzeuge stationiert sind, darunter die Gulfstream C-37A. Sie gilt als „VIP-Transporter“ für ranghohe Regierungs- und Militärvertreter sowie für Kongressabgeordnete.

Öffentliche Auswertungen zeigten bereits Tage vor Kriegsbeginn, dass Ramstein verstärkt als Drehkreuz von den Amerikanern genutzt wird. Insbesondere militärische Transportflugzeuge landeten dort und hoben Richtung Naher Osten ab: unter anderem mehrere Boeing C-17 Globemaster III und Lockheed C-130.

Erstere sind für besonders schwere Lasten ausgelegt, sie können bis zu 77,5 Tonnen tragen: Panzer, Hubschrauber, Soldaten, Ausrüstung, medizinisches Personal. Bislang setzen die Amerikaner in Iran keine Bodentruppen ein, Trump schloss das zuletzt aber nicht mehr aus. Die Lockheed C-130 kann rund 20 Tonnen tragen.

Was die in Ramstein stationierten Flugzeuge transportierten, ist nicht bekannt. Ende Januar landete in Ramstein erstmals eine EA-37B Compass Call, ein hochmodernes Flugzeug zur elektronischen Kriegsführung.

Flugzeuge aus Spangdahlem sollen Luftverteidigung bekämpfen

Auch ein anderer Stützpunkt in Rheinland-Pfalz wird offenbar für den Irankrieg genutzt: die Air Base Spangdahlem. Die Flugdaten zeigten zuletzt einen Anstieg des Verkehrs. Demnach befanden sich dort am Mittwoch fünf C-17. Amerikanische Medien berichteten, dass mehrere F-16-Kampfflugzeuge von Spangdahlem in den Nahen Osten verlegt worden seien. Laut dem Fachmagazin „Air and Space Forces“ sollen sie in Iran zur Bekämpfung der Flugabwehr eingesetzt werden.

Die BBC berichtete, dass der Stützpunkt nun „rund um die Uhr“ in Betrieb sei. Dem „Trie­rischer Volksfreund“ zufolge wurden amerikanische Soldaten die freien Wochenenden ge­strichen. Ein Anwohner drückte schon am 21. Februar seinen Unmut auf Facebook aus: „Auch wenn die Kampfjets verlegt sind, machen die großen Transporter ei­nen wahnsinnig. Seit Wochen starten und landen die, Tag und Nacht.“ Der Sender „Sky“ berichtete am Dienstag, dass seit dem 23. Februar 161 Flugzeuge auf den Stützpunkten Spangdahlem und Ramstein gelandet und mindestens 246 von dort gestartet seien.

Dabei werden Parallelen zum Irakkrieg 2003 deutlich. Der damalige Bundeskanzler Gerhard Schröder (SPD) schloss wie die heutige Bundesregierung aus, dass sich Deutschland aktiv an dem Krieg beteiligt. Schröder sicherte den USA aber die Nutzung von Stützpunkten in Deutschland zu. Unter anderem Ramstein und Spangdahlem galten als wichtiges Drehkreuz für die Amerikaner.

Während Trump Deutschland für die aktuelle Unterstützung preist, ist er auf Spanien nicht gut zu sprechen. Madrid hatte zuletzt erklärt, dass von heimischen Stützpunkten auch künftig keine Unterstützung geleistet werde. Trump bezeichnete das am Dienstag als „unfreundlich“. Amerikanische Flugzeuge wurden mittlerweile von Stützpunkten im Süden Spaniens abgezogen – und unter anderem nach Ramstein verlegt.

DSGVO Platzhalter

Auch für London hatte Trump keine lobenden Worte übrig. Premierminister Keir Starmer hatte Washington zunächst nicht erlaubt, den wichtigen Stützpunkt auf der Insel Diego Garcia zu nutzen. Später lenkte Starmer ein; er gewähre den Zugang für „spezifische und begrenzte defensive Zwecke“. Für Trump war das zu spät. Er sei nicht glücklich darüber: „Wir haben es hier nicht mit Winston Churchill zu tun.“