Irankrieg und Wirtschaft: Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt Tempolimit vor

Die Wirtschaftsweise Veronika Grimm schlägt angesichts der Energiekrise ein Tempolimit vor. „Das wäre kein Schaden – vielleicht sogar ein kluges Signal, damit die Menschen die Situation ernst nehmen“, sagte Grimm der Rheinischen Post. Viele Länder des Globalen Südens hätten schon einschneidende Maßnahmen wie eine Homeoffice-Pflicht und eine Einschränkung der Fahrzeugnutzung umgesetzt. „Je mehr wir verbrauchen, desto schlimmer trifft es letztlich diese Länder“, warnte Grimm.

Von anderen in Deutschland diskutierten Maßnahmen hält die Ökonomin nicht viel: „Die Regierung muss die Preise wirken lassen, damit die Energie-Nachfrage sinkt. Tankrabatte und Preisdeckel verzerren die Preise, sie sind der falsche Weg.“ Auch von einer Übergewinnsteuer hält Grimm „nichts“.

Die neue Regel, nach der Spritpreise an den Tankstellen nur noch einmal täglich um zwölf Uhr mittags erhöht werden dürfen, nannte sie „vermutlich noch das geringste Übel“. Die Menschen erwarteten, dass etwas getan wird, „also tut man etwas“. Grimm sitzt als sogenannte Wirtschaftsweise als eine von fünf Ökonomen im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung.

Dieselpreis erreicht Rekordhoch

Trotz des jüngsten Maßnahmenpakets der Bundesregierung gegen den Anstieg der Spritpreise ist der Dieselpreis in Deutschland so hoch wie nie zuvor. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt kostete ein Liter am Mittwoch 2,327 Euro und übertraf damit den alten Rekord aus dem März 2022 um 0,6 Cent, wie aus Daten des ADAC hervorgeht. Auch Superbenzin E10 verteuerte sich weiter: Der bundesweite Durchschnittspreis lag laut ADAC bei 2,129 Euro je Liter, ein neuer Jahreshöchststand.

Die USA und Israel hatten am 28. Februar gemeinsame Luftangriffe auf den Iran begonnen. Der Iran greift seitdem mit Raketen und Drohnen Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion an. Überdies hält der Iran die Straße von Hormus weitestgehend blockiert – durch die strategisch wichtige Meerenge verläuft normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports. Seither sind unter anderem die Rohölpreise stark gestiegen.