

Für einen großen Teil der Ladenkette Groschen Markt besteht die Chance auf eine Rettung. Die vom vorläufigen Insolvenzverwalter Olaf Spiekermann von der Kanzlei Brinkmann & Partner angestoßenen Gespräche mit Investoren befinden sich laut einer Pressemitteilung auf der Zielgeraden.
Nach aktuellem Stand sei es möglich, mehr als 30 Filialen und damit Dreiviertel der Arbeitsplätze in den Filialen zu erhalten. „Wir bemühen uns um jeden Arbeitsplatz“, sagte Rechtsanwalt Spiekermann. Allerdings miete Groschen Markt die Filialen, daher sei für die Zukunftslösung einer jeden Filiale die Zustimmung des jeweiligen Vermieters nötig.
Das Unternehmen beschäftigt 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Davon arbeiten 170 in den aktuell 41 Filialen. Die Groschen-Filialen liegen in den ostdeutschen Bundesländern Thüringen, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Brandenburg, meist auf dem Land oder in Kleinstädten.
Konkurrenz durch aggressive Onlinehändler wächst
Die hinter der Ladenkette stehende DEC Handelsgesellschaft mbH aus Dingelstädt in Thüringen hatte im Dezember 2025 einen Insolvenzantrag gestellt. Als Grund wurden sparsame Konsumenten und aggressive Onlinekonkurrenz genannt. Groschen Markt verkauft Haushaltswaren sowie Gartenbedarf, Schreibwaren, Heimwerksartikel oder Dekoration. Solche Produkte werden von Internetkonkurrenten oft noch billiger angeboten und direkt zu den Kunden versendet.
Laut der aktuellen Pressemitteilung wird das Amtsgericht Mühlhausen das Insolvenzverfahren voraussichtlich am 1. April eröffnen. Erst nach Start des Insolvenzverfahrens können Verträge mit Investoren über den Kauf der Geschäftsbetriebe geschlossen werden.
Ein Gebot für den Kauf aller Groschen Märkte oder für den Erwerb des Unternehmensnamens ist beim Insolvenzverwalter nicht eingegangen. Stattdessen wollen unterschiedliche Interessenten jeweils nur Teile der Kette übernehmen und die erworbenen Filialen unter eigenem Namen fortführen. Voraussichtlich werden drei Interessenten zum Zug kommen.
Die neuen Betreiber in Spe setzen eigene Konzepte für die jeweiligen Filialen um, daher werde es unmittelbar nach Verfahrenseröffnung im April einen Ausverkauf mit deutlichen Rabatten geben. Kunden können dann zu deutlich reduzierten Preisen zugreifen, wohl zum letzten Mal unter dem Namen Groschen Markt.
