„In Liebe, deine Mama“: Deutsche Olympiasiegerin schläft mit besonderer Bettdecke

Das Olympische Dorf in Cortina d’Ampezzo füllt sich. Mehr und mehr Athleten beziehen ihre Zimmer. Auch Skeleton-Olympiasiegerin Hannah Neise. Sie macht es sich mit einer besonderen Liebeserklärung ihrer Mutter wohnlich.

Zwei Betten, zwei Nachttische, ein Schrank, ein Sideboard – die Zimmer im Olympischen Dorf in Cortina d’Ampezzo sind zweckmäßig. Dazu noch ein Badezimmer mit WC und Dusche, das ist in den kommenden zwei Wochen das Zuhause der Olympia-Athleten, die in Cortina ihre Wettkämpfe bestreiten.

Auch das von Hannah Neise. Die Skeleton-Pilotin, die bei den Spielen vor vier Jahren in Peking sensationell zu Olympia-Gold raste, ist am vergangenen Dienstag ins Dorf gezogen. Sie wohnt allein in ihrem Tiny House. „Ich glaube, zu zweit wäre das hier 14 Tage schon eng geworden. Aber auch das hätten wir geschafft. Aber so ist es natürlich schön, wenn man so einen kleinen Rückzugsort hat“, sagt Neise. Statt einer Teamkollegin nimmt Neise jetzt ihren Schlitten mit in ihr Häuschen.

Poster an den Wänden, ein Kuscheltier und eine ganz besondere Decke als Glücksbringer: Ihr Rückzugsort trägt schon jetzt Neises Handschrift. Über dem Bett ist eine flauschige Decke ausgebreitet. „Die Decke hat meine Mutter mir vor Olympia in Peking geschenkt. Natürlich habe ich sie auch dieses Mal mit dabei“, sagt Heise.

„Die besondere Tochter, die du immer sein wirst“

Die Aufschrift auf der Decke ist eine Liebeserklärung an ihre Tochter Hannah: „An meine Tochter, auch wenn ich nicht bei dir sein kann, möchte ich, dass du weißt, dass ich dich liebe, für das Mädchen, dass du mal warst, für die großartige Frau, die du heute geworden bist und für die besondere Tochter, die du immer sein wirst. Decke dich hiermit zu und nimm es als große Umarmung. In Liebe, deine Mama.“

Trotz der vertrauten Decke hatte sie bisher Probleme mit dem Einschlafen, zu aufregend waren die ersten Tage. „Ich war schon den Tag vor der Abreise etwas nervös, weil man weiß: Jetzt geht es wieder zu den Spielen. Es gibt so viele neue Eindrücke. Ich lege mich abends dann hin und lese etwas, um ein wenig herunterzukommen“, sagt Neise. Wahrscheinlich in die Decke eingekuschelt.