
Dieser Artikel ist Teil von ZEIT am Wochenende, Ausgabe 12/2026.
Es war ein verwegener Plan, den eine Gruppe von Wissenschaftlern vor neun Jahren in Mainz ausheckte: Eine neuartige Krebstherapie wollten sie ausgerechnet bei einem der aggressivsten Tumoren überhaupt testen, dem Pankreaskarzinom. Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Aus New York war der Chirurg Vinod Balachandran angereist. Er behandelt am Memorial Sloan Kettering Cancer Center immer wieder Patienten mit dieser Tumorart. Die meisten sieht er sterben, oft innerhalb weniger Monate nach der Diagnose. Aber eben nicht alle. Als er die Tumoren der Überlebenden untersuchte, fand er dort auffällig viele Immunzellen. Ein Hinweis für eine neue Art der Behandlung? Balachandran beriet sich in Mainz mit zwei Forschern, die damals bereits an Mitteln forschten, um das Abwehrsystem des Körpers gegen Krebs zu richten: Uğur Şahin und Özlem Türeci, die Gründer von BioNTech, die später weltberühmt werden sollten. „Ich bat sie im Grunde, ihr wichtigstes Medikament an einem der tödlichsten Tumoren überhaupt einzusetzen, wo andere Medikamente gescheitert waren“, erzählt Balachandran. Şahin und Türeci willigten ein.
