Wer kam eigentlich auf das Herz? Auf diese zwei geschwungenen Linien, die sich an den richtigen Stellen treffen, um eins zu werden, zum schönsten Symbol der Welt. Mit einem Herz ist alles klar, hier meint es jemand grundsätzlich gut. Da kann die Lage noch so ausweglos sein. Russische Oppositionelle formen das Herz mit den Händen, selbst wenn sie Handschellen tragen. Die Stadt New York, in den Siebzigern von Rauschgiftproblemen gezeichnet, machte sich mit dem Herz-Symbol auf in eine bessere Zukunft („I love New York“).

Das Herz ist allgemeingültig, wirkt aber zugleich nicht banal. Es dürfte eines der ältesten Symbole der Welt sein. Auf überlieferter Vasenmalerei aus vorchristlichen Zeiten sind Abbildungen von Efeublättern dargestellt. In den ersten Jahrhunderten nach Christus wurde das Efeublatt dann wegen der langlebigen Eigenschaften der Pflanze zum Symbol für die ewige Liebe. Einige hundert Jahre später färbte man es rot ein.

Ein genialer Einfall, denn so wurde aus dem roten symbolischen Efeublatt das rote Herz, wie wir es heute kennen. Die Mediziner übernahmen das Symbol für das menschliche Organ im 13. Jahrhundert, und so sitzt die Liebe seitdem auch an diesem Fleck. Aus der Mode scheint sie nicht zu kommen. Viele Luxus-Schmuckmarken arbeiten auch weiterhin mit dem Herz.


Chopards Happy-Hearts-Serie von 2009 ist auch 17 Jahre später aktuell. Bei Messika sitzen auf dem offenen Joy-Coeur-Ring gleich zwei Herzen. Wellendorff färbt das Symbol auf seinem Zwei-Herzen-Eine-Liebe-Ring rot, wie es sich gehört. So auch Van Cleef & Arpels mit dieser Kette. Bei Repossi darf der Solo-Herz-Ohrring schwarz sein.
Und Tiffany & Co., tja, kann mehr als das Herz an eine schwere Gliederkette hängen. Mit jenem Entwurf öffnete sich das Unternehmen in den Nullerjahren für eine neue Klientel. Spätestens nachdem Elle Woods in „Natürlich blond“ 2001 die Please-Return-to-Tiffany-Kette getragen hatte, die auf einen Schlüsselanhänger von 1966 zurückgeht, mussten viele junge Frauen sie unbedingt besitzen. Dabei schlagen in Tiffanys Brust mehrere Herzen. Elsa Peretti zum Beispiel entwarf für das New Yorker Schmuckhaus 1974 das fließende Open Heart. Im Verkauf schlägt es bis heute.

