Hunde im Winter: Worauf Besitzer achten sollten

Stand: 12.01.2026 09:40 Uhr

Der Schnee in Schleswig-Holstein sorgt bei vielen Hunden für pure Freude. Doch wie lange Hunde die Kälte aushalten und wie gut sie mit Schnee zurechtkommen, hängt stark von ihrer Rasse und ihrem Fell ab.

von Carsten Salzwedel

In der Hundepension von Meike Büschking in Weddelbrook (Kreis Segeberg) herrscht an diesem Tag Hochbetrieb. Viele ihrer vierbeinigen Gäste kommen mit Schnee gut zurecht, andere kämpfen mit kleinen, aber lästigen Problemen. „Es gibt den Schneebesen-Trick“, erklärt Büschking. „Der ist besonders für lockige Hunde gut, weil man mit dem Schneebesen die Klümpchen kaputt macht und sie aus dem Fell ziehen kann.“

Ein Hund liegt im Schnee.

Im langen Fell des Briard bilden sich schnell Schneeklumpen. Man kann sie gut mit einem Schneebesen rausklopfen.

Der französische Briard lässt die Schneebesen-Prozedur geduldig über sich ergehen, tobt dann wieder durch den Schnee. Hunde mit sehr langem Fell zwischen den Zehen profitieren im Winter außerdem von Hundeschuhen. „So setzt sich gar nichts erst fest – denn das kann richtig weh tun.“ Kurzhaarige Rassen wie Labradore dagegen stört der Schnee meist kaum, erklärt Büschking.

Frieren im Winter – das Fell entscheidet

Wie schnell ein Hund friert, hängt vor allem von seiner Unterwolle ab. Hunde mit dichtem Fell sind klar im Vorteil. Anders sieht es bei Rassen mit dünnem Fell aus. „Frieda ist ein Ridgeback-Mischling und friert im Winter sehr schnell,“ sagt Büschking. Und: Frieda hat keine Unterwolle. Besonders empfindlich seien auch ihre Ohren: „Ridgebacks, Dalmatiner und andere kurzhaarige Hunde haben sehr dünne Öhrchen. Bei Minusgraden kann ein bisschen Vaseline als Schutz helfen, damit sie nicht frieren.“

Gereizte Pfoten: Auch Tierärzte haben Hochsaison

Eine verletzte Hundepfote wird untersucht.

Tierärzte berichten vermehrt von gereizten Pfoten durch Streusalz.

Der Winter ist auch für Tierarztpraxen ein Thema. Im Kleintierzentrum Kiel häufen sich derzeit Fälle mit wunden Pfoten. „Man sieht häufiger gereizte oder sogar aufgescheuerte Ballen“, erklärt Tierärztin Suscha Nicolina Lassen. Verletzungen unterscheiden sich dabei kaum von denen im Sommer und müssen entsprechend versorgt werden – manchmal sogar mit Kleber oder Klammern. Wichtig sei vor allem, Hunde vom Lecken abzuhalten: „Das passiert sehr oft. Zu Hause kann man notfalls einen Socken überziehen.“ Bei Hunden mit langem Fell an den Pfoten hilft es außerdem, die Haare regelmäßig zu scheren.

Streusalz: Besonders für Stadthunde ein Problem

Ein Hund im Schnee.

Die Hunderasse Rhodesian Ridgeback hat keine Unterwolle und friert leicht. Auch die Ohren sind sehr dünn. Hier helfen ein Mantel und Vaseline.

Während Schnee für viele Hunde harmlos ist, kann Streusalz vor allem für Stadthunde zum Problem werden. Es reizt die Pfoten und sollte nach dem Spaziergang unbedingt entfernt werden. „Das Salz muss weg“, betont Büschking. Warmes Wasser sei dafür jedoch ungeeignet: „Die Pfoten sind extrem empfindlich. Sie müssen nicht aufgeheizt werden.“ Besser sei eine kleine Schüssel mit kaltem Wasser: Pfote kurz eintauchen, abtrocknen – fertig.

Warm eingepackt durch den Winter

Für Hunde mit wenig Fell gilt: Ein Mantel ist kein modisches Accessoire, sondern sinnvoller Kälteschutz. Auch Frieda bekommt im Winter ihren Mantel – und kann so den Schnee wieder länger genießen. Denn gut geschützt bleibt der Winter für Hunde vor allem eines: ein großes Abenteuer.

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