

In Köln, beim FC, da hüpft das Herz am rechten Fleck. Sagt man schnell mal so. Soll immer schon so gewesen sein. Naja. Wer mal den Hauch eines Zweifels äußert angesichts fieser Klügelei, dem wird das variable kölsche „Jrundjesetz“ gepredigt.
Zentraler Paragraph je nach Autor, Jahreszeit und Spielstand: „Mer muss och jünne könne“. Frei übersetzt: Freu Dich am Glück des anderen, dann streift es Dich. Das Glück der anderen stand leider auch bei den Kölner Fußballexperten nicht immer im Mittelpunkt ihrer Weltsicht.
Da gabs mal einen Nationalspieler, der behauptete, Schwule könnten nicht kicken, während er und seine Haltungsgenossen auf dem Rasen wie den Rängen längst widerlegt wurden. Nur merkten sie es nicht, weil (ihre) Homophobie den offenen Umgang brutal blockierte, Menschen quälte.
Dass der so lebensbejahende Sport mit seinem Drang nach vorne Profis kein ausreichendes Vertrauen bietet, sich sorgenfrei zu jeder Liebe bekennen zu können, tut weh. Aber es geht voran.
Vor dem Spiel gegen Wolfsburg traute sich ein junger Schiedsrichter, aufgeregt, mit pochendem Herzen, auf dem Kölner Rasen über das Stadionmikrofon seinem Freund den Antrag zu machen, der nur aus tiefster Liebe entsteht. Das Herz sprang über.
Viele tausend Trau-Zeugen reagierten gerührt. 1:0 fürs Glück.
