Hoffnung auf Verhandlungen: Wall Street erholt sich vom Iran-Krieg

Hoffnung auf VerhandlungenWall Street erholt sich vom Iran-Krieg

04.03.2026, 22:42 Uhr

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Besonders Chipwerte sind gefragt. (Foto: AP)

Bei den Ölpreisen stehen die Zeichen auf Entspannung. Für die Beruhigung der Anleger sorgen Bemühungen der US-Regierung, die Durchfahrt der Öltanker im Persischen Golf zu stabilisieren. Berichte, wonach die Regierung in Teheran gesprächswillig ist, geben der Wall Aufwind.

Nach bislang nur moderaten Verlusten seit Ausbruch des Krieges in Nahost, ging es mit den Notierungen an Wall Street zur Wochenmitte deutlicher nach oben. Zur Entspannung trug bei, dass die Ölpreise nach dem gewaltigen Anstieg die Hochs vom Vortag um 85 Dollar je Barrel nicht mehr gesehen haben. Brent-Öl stand bei Handelsschluss bei knapp 82 Dollar. Die USA kündigten mittlerweile Maßnahmen zur Stabilisierung der Öllieferungen durch den Persischen Golf an, einerseits stellen sie Militäreskorten in Aussicht, daneben wollen sie Transportversicherungen abdecken. Dazu sorgten aber auch Berichte für Zuversicht, dass der Iran auf Geheimdienstebene Offenheit für Gespräche über eine Beendigung des Krieges signalisiert haben soll.

Der Dow-Jones-Index gewann 0,5 Prozent auf 48.739 Punkte. Der S&P-500 legte 0,8 Prozent auf 6.870 zu, der Nasdaq-Composite rückte um 1,3 Prozent vor. An der Nyse wurden 1756 (Dienstag: 636) Kursgewinner gesehen, denen 985 (2135) -verlierer gegenüberstanden. Unverändert schlossen 87 (59) Titel.

Der Dollar hat seine Aufwertung zunächst beendet, was ebenfalls Entspannung signalisiert. Der Euro konnte sich leicht auf 1,1638 Dollar erholen. Am Anleihemarkt ging es mit den Renditen weiter nach oben. Die Zehnjahresrendite stieg um 4 Ticks auf 4,10 Prozent. Das Gold war nach dem kräftigen Rücksetzer wieder etwas gesucht. Die Feinunze verteuerte sich um 1 Prozent auf 5.139 Dollar. Konjunkturseitig fiel der ADP-Arbeitsmarktbericht besser aus als erwartet. Die Beschäftigung in der US-Privatwirtschaft stieg im Februar deutlicher als prognostiziert, allerdings von einer nach unten revidierten Vormonatsbasis. Deutlich besser als gedacht fiel der ISM-Index für den US-Dienstleistungssektor im Februar aus, wenngleich angesichts der geopolitischen Lage Wirtschaftsdaten aktuell etwas in den Hintergrund rücken.

Chipwerte gefragt

Bei den Einzelwerten rangierten Chipaktien weit vorne. Intel machten einen Satz von 5,7 Prozent. CFO David Zinsner geht von einer anhaltend starken Nachfrage nach Server-Chips im laufenden Jahr aus. Broadcom gingen 1,2 Prozent höher aus dem Handel. Der Chiphersteller legt nach Börsenschluss Quartalszahlen vor. Analysten erwarten, dass der Umsatz im Segment Halbleiterlösungen im Vergleich zum Vorjahr um 51 Prozent auf 12,4 Milliarden Dollar gestiegen ist. Die Kurse der Wettbewerber Nvidia und AMD stiegen um 1,6 bzw. 5,8 Prozent.

Gitlab, ein Anbieter von Software-Entwicklungstools, rechnet mit einem langsameren jährlichen Umsatzwachstum, was wieder Bedenken hinsichtlich der Bedrohung durch Künstliche Intelligenz schürte. Die Aktie verlor 6,2 Prozent. Das Cybersecurity-Unternehmen Crowdstrike wartete mit guten Quartalsergebnissen und einem Ausblick knapp über der Erwartung auf. Laut dem Unternehmen steigt das Kundeninteresse, weil KI-Anwendungen komplexere Cyber-Bedrohungen mit sich brächten. Crowdstrike verteuerten sich um 4,2 Prozent nach. Box zogen um 10,2 Prozent an. Das Cloud-Speicherunternehmen hat die Gewinn- und Umsatzerwartungen der Wall Street für das vierte Quartal übertroffen, ebenso die Erwartungen an den Ausblick.

Moderna verteuerten sich um 16 Prozent, nachdem der Impfstoffhersteller einen Patentstreit gegen Zahlung von 950 Millionen Dollar beigelegt und damit Rechtsstreitigkeiten über seinen Covid-19-Impfstoff beendet hatte. Am Aktienmarkt war eine deutlich höhere Vergleichszahlung nicht ausgeschlossen worden. Coreweave verbesserten sich um 7,8 Prozent. Das Cloud-Computing-Unternehmen hat eine strategische Partnerschaft mit dem KI-Suchmaschinenexperten Perplexity AI vereinbart.

Ross Stores schlossen 8 Prozent fester. Die Discount-Kette für Kleidung und Haushaltswaren kam mit übertroffenen Gewinnerwartungen und einer soliden Prognose gut an. Nach einem enttäuschenden Ausblick auf das laufende Jahr ging es für Abercrombie & Fitch 3,6 Prozent nach unten.

Quelle: ntv.de, mau/DJ