Der 1. FSV Mainz 05 hat einen Erfolg für die Geschichtsbücher gefeiert. Nach dem Erfolg gegen Sigma Olmütz ziehen die 05er erstmals ins Viertelfinale eines Europapokal-Wettbewerbs ein.
Die Mainzer besiegten am Donnerstagabend Sigma Olmütz im Achtelfinale der Conference League mit 2:0 (0:0) und stehen nach dem 0:0 im Hinspiel in der Runde der letzten acht Klubs. Nach torloser erster Halbzeit erzielte Stefan Posch direkt nach dem Wechsel die Führung (46. Minute), der eingewechselte Armindo Sieb sorgte in der Schlussphase für die Entscheidung (82.).
„Es war das erste Achtelfinale für den Verein. Jetzt geht die Reise weiter, jetzt haben wir das erste Viertelfinale vor der Brust. Das ist zum Einen natürlich schön, weil es historisch ist“, sagte Danny da Costa nach dem Spiel im SWR. Interview. „Zum Anderen haben wir alle das große Ziel und den großen Traum, nach Leipzig (Ort des Finals) zu kommen. Und da sind wir wieder einen Schritt weiter.“
Beide Mannschaften starteten kontrolliert in die Begegnung und wollten offenbar Fehler vermeiden. In der 5. Minute bediente FSV-Keeper Daniel Batz Phillip Tietz mit einem ganz weiten Schlag. Der Angreifer legte sich den Ball mit dem Kopf vor und zwang Jan Koutny im Tor der Gäste zu einer ersten Parade.
Mainz war gut im Spiel. Nach einem hohen Ballgewinn fand Silvan Widmer mit seiner Flanke im Zentrum Nelson Weiper, dessen Kopfball aber zu zentral geriet (9.). Die Gäste aus Tschechien konzentrierten sich weiter komplett auf die Defensive. In der 17. Minute schickte Philipp Mwene Tietz in die Gasse, der Koutny austanzte, dann aber hängenblieb. Ein Treffer hätte allerdings auch nicht gezählt, da der Assistent die Fahne hob.
Mainz 05 mit mehr Spielanteilen
Kurz darauf beinahe die kalte Dusche für die Mainzer: Nach einem Ballverlust im Aufbau spielte es Sigma schnell, im Zentrum war Danijel Sturm vor Danny da Costa am Ball und setzte die Kugel ganz knapp neben das Tor (20.). Ansonsten zeigte sich ein unverändertes Bild: Mainz machte das Spiel, konnte sich gegen die gut organisierte Defensivreihe der Gäste aber zu selten durchkombinieren.
Olmütz gestaltete das Spiel nun offener, die nächste Chance gehörte aber den Mainzern. Tietz setzte sich auf der rechten Seite durch und fand im Rückraum Mwene, der seinen feinen Schlenzer ganz knapp am rechten Winkel vorbeisetzte (35.). Drei Minuten später wurde Tietz erneut steil geschickt, der Angreifer rutschte in Keeper Koutny, was den Puls bei allen Beteiligten mal kurz in die Höhe trieb.
Szenen wie diese prägten die Schlussphase der ersten Halbzeit, Spielfluss kam dadurch kaum noch zustande. Dennoch kamen die Mainzer noch zu drei Chancen vor der Pause. Doch weder Jae-sung Lee noch der umtriebige Tietz, Weiper oder Mwene konnten den Ball im Tor unterbringen.
Posch trifft direkt nach der Pause für die 05er
Die 05er erwischten einen Blitzstart in den zweiten Durchgang. Keine Minute war gespielt, als Nebel eine präzise Flanke von der rechten Seite schlug und der aufgerückte Innenverteidiger Posch den Ball sehenswert ins lange Eck köpfte. Olmütz war nun gefordert, doch zunächst blieb Mainz das aktivere Team.
Als die Gäste sich etwas aus der Deckung wagten, konterten die Mainzer. Tietz suchte den freistehenden Weiper, sein Pass blieb hängen und fiel ihm wieder vor die Füße. Doch der Angreifer wurde im letzten Moment geblockt (56.). In der Abwehr zeigte sich Mainz weiterhin immer auf der Höhe des Geschehens.
Joker Sieb mit der Entscheidung für Mainz 05
Mit zunehmender Spieldauer waren die Gäste gezwungen, die Defensive zu lockern, große Gefahr ging von den Bemühungen aber nicht aus. Erstmals brenzlig wurde es im Mainzer Strafraum in der 74. Minute, als Posch und Weiper den Ball klärten und Matej Hadas seinen Nachschuss deutlich neben das Tor abfeuerte.
Auf der anderen Seite brachte Paul Nebel einen Freistoß aus dem Halbfeld ins Zentrum, als die Pfeife von Schiedsrichter Andris Treimanis (Lettland) ertönte. Peter Barath hatte Tietz auf dem Weg in den Strafraum behakt. Die Entscheidung: Gelb-Rot für Barath und Freistoß für die 05er. Diesen zimmerte Nebel an die Latte (79.).
In Überzahl gerieten die Mainzer nicht mehr in Bedrängnis, im Gegenteil: Da Costa wurde acht Minuten vor dem Ende auf der rechten Seite in Szene gesetzt, seinen Querpass setzte Sieb punktgenau ins lange Eck. In den letzten Minuten brachten die Rheinhessen den Erfolg sicher ins Ziel.
Mainz 05 im Viertelfinale zunächst mit Heimrecht
Im Viertelfinale trifft Mainz auf Racing Straßburg oder NHK Rijeka aus Kroatien. Das Hinspiel findet am 9. April in Mainz statt, eine Woche (16. April) später reisen die Rheinhessen zum Rückspiel ins Elsass. Bevor die Europa-Reise weitergeht, empfangen die 05er am Sonntag um 15:30 Uhr Eintracht Frankfurt zum Rhein-Main-Duell.
