Bundesliga
Stand: 09.03.2026 21:19 Uhr
Trainer Dieter Hecking ist zurück beim VfL Wolfsburg. Der 61-Jährige erhielt beim Fußball-Bundesligisten erst einmal einen Vertrag bis zum Saisonende und soll die Niedersachsen vor dem Abstieg retten.
„Es geht jetzt nur um den VfL Wolfsburg“, sagte Hecking bei seiner Präsentation am Montag und gab sich kämpferisch. „Jetzt gilt es für mich, in diesen neun, vielleicht elf Spielen den Klassenerhalt zu schaffen. Es ist nach wie vor machbar.“ Wolfsburg hat als Tabellen-17. vier Punkte Rückstand auf den Relegationsrang.
Zunächst Vertrag bis Saisonende
Der 61-Jährige erhält zunächst einen Vertrag bis Saisonende und soll zum Retter werden. „Wenn die Lage nicht heikel wäre, wäre ich nicht hier“, sagte der frühere Erfolgstrainer und nahm direkt die Mannschaft in die Pflicht: „Wenn jetzt bei jedem Einzelnen die Sinne nicht geschärft sind, verstehe ich es nicht.“ Sollte es Spieler geben, „die nicht mitziehen, werden die nicht mehr oft spielen“.
Hecking, der sowohl die Rolle des väterlichen Freundes als auch des Schleifers verkörpern kann, will in die Köpfe der Spieler kommen, um die Wende zu erzwingen. „Man sagt so leicht: Das sind alles hochbezahlte Fußballer, das sind aber auch Menschen. Dass diese Menschen den Abstiegskampf vor zwei, drei Monaten noch nicht in Erwägung gezogen haben, ist auch etwas, wo wir von der Psychologie ran müssen. Angst hemmt“, sagte er. Es müsse „eine andere Energie rein in die Truppe“.
„Wenn die Lage nicht heikel wäre, wäre ich nicht hier.“
Dieter Hecking
Das klassische Retter-Klischee wies er zum Start seiner schwierigen Mission Klassenerhalt sofort von sich. „Ich sehe mich nicht als der Feuerwehrmann. Das will ich auch klar rausstellen“, sagte der VfL-Rückkehrer. Freilich habe er oft „Mannschaften auf Platz 14, 15, 16 übernommen“, so der Routinier, „aber am Ende ging es immer relativ schnell in die richtige Richtung.“ Darauf baut auch der Werksclub. „Die Zuversicht ist groß, wir sehen Licht am Ende des Tunnels“, frohlockte Aufsichtsratschef Sebastian Rudolph.
Benaglio in neuer Rolle
Rudolph gab zudem bekannt, dass Diego Benaglio bis zum Saisonende als „Bindeglied“ zwischen Aufsichtsrat und Mannschaft fungieren wird. „Wir haben Diego Benaglio gebeten, noch enger an die Mannschaft zu rücken. Er soll das sportliche Team komplettieren“, so Rudolph.
Der langjährige Torwart, 2009 deutscher Meister und 2015 unter Hecking DFB-Pokal-Sieger mit dem VfL, steht damit zusammen mit Hecking und Sportdirektor Pirmin Schwegler in der Verantwortung. Rudolph: „Er kehrt quasi zurück auf den Platz, damit Dieter Hecking und Pirmin Schwegler sich genau auf das konzentrieren können, wofür sie geholt wurden.“
Die Fans zurückerobern
Zum Start seiner zweiten Amtszeit beim VfL tritt Hecking mit den „Wölfen“ am Sonnabend (15.30 Uhr, im Livecenter bei NDR.de) beim Champions-League-Aspiranten TSG Hoffenheim an. „Ich hatte hier meine erfolgreichste Zeit als Trainer“, sagte der Coach, der bereits von 2013 bis 2016 in Wolfsburg tätig war, am Montag im Medienraum in der Volkswagen-Arena. Dort hängt ein riesiges Foto an der Wand, das Hecking und den VfL 2015 nach dem Pokaltriumph zeigt.
„Im Moment ist harter Abstiegskampf angesagt und nicht Pokalsieg.“
Dieter Hecking
Nun ist die Situation eine ganz andere. Zuletzt hatten sich nach der Pleite gegen den HSV auch die Fans abgewandt, als die Anhänger Pyrofackeln auf den Rasen warfen und Feuerwerk zündeten. „Wenn wir die Ergebnisse liefern, weiß ich, dass die Kurve wieder da ist“, sagte Hecking. Das Team sei jetzt „in der Bringschuld“, es liege an ihm und seinen Spielern, „den Kredit wieder zurückzugewinnen“.
Video:
Dieter Hecking soll VfL Wolfsburg vor dem Abstieg retten (2 Min)
Video:
Wolfsburg-Coach Hecking: „Die Lage ist heikel“ (7 Min)


