Handball-EM: So erklärt Gislason seine Auszeit-Panne

Alfred Gislason im Spiel gegen Serbien

Stand: 18.01.2026 00:19 Uhr

Diese Szene war sinnbildlich für das deutsche Desaster bei der Handball-EM gegen Serbien: Eine Auszeit zur Unzeit von Bundestrainer Alfred Gislason kostete am Samstagabend ein Tor – und hatte schlimme Folgen: Statt auf 26:26 auszugleichen, zog Serbien davon und durfte kurze Zeit später den 30:27-Sieg feiern, der für das DHB-Team das Vorrunden-Aus bedeuten könnte.

Immerhin: Gislason gab seine schwere Panne ehrlich zu, sagte im Sportschau-Interview: „Das geht klar auf mich, da habe ich die falsche Entscheidung getroffen.“ Das war passiert: In der 58. Minute erzielte Deutschland nach einem der wenigen erfolgreichen Angriffe der zweiten Halbzeit ein Tor durch Juri Knorr, der sich am Kreis durchgetankt hatte. Es war der Treffer zum 26:26-Ausgleich, alles wäre wieder möglich gewesen. Doch in dem Moment, in dem Ball über die Torlinie flog, leuchteten plötzlich die Pfosten rot auf: das Zeichen, dass eine Auszeit genommen wurde.

Gislason „klaut“ dem eigenen Team wichtiges Tor

Tatsächlich war es Gislason gewesen, der den Buzzer gedrückt hatte: Die Schiedsrichter überprüften noch per Videobeweis, ob die Kugel die Linie schon vor dem Signal überschritten hatte, doch das war um Zentimeter nicht der Fall – das Tor zählte nicht!

Und Gislason machte die Verwirrung komplett, nahm in der Auszeit auch noch den Mann vom Feld, der gerade getroffen und voller Selbstvertrauen war: Knorr! Der sagte später im Sportschau-Interview sehr deutlich, dass er für seine geringe Einsatzzeit in der zweiten Hälfte wenig Verständnis hatte. Der gesamten Halle in Herning ging es genauso.

Wieso Gislason nicht hinschaute

Gislason versuchte seinen Fehler später noch weiter zu erklären: „Ich dachte es wäre schlauer, den Angriff zu unterbrechen und ihn neu anzuordnen“, sagte Gislason, der währenddessen an den Videowürfel schaute. „Ich habe auf die Zeit geachtet, die wir noch in Unterzahl sind, und wollte dass diese Uhr möglichst weit runterläuft. Dass Juri dann schon beim Wurf war und auch noch trifft, habe ich nicht gesehen – mein Fehler, ganz klar.“

Es kann ein teurer Fehler sein: Danach kam kein Rhythmus mehr zustande, Serbien fuhr den Sieg ein. Und Deutschland braucht jetzt – falls Serbien zuvor Österreich schlägt – einen Drei-Tore-Sieg gegen die starken Spanier (4:0 Punkte), um nicht am nächsten Montag schon aus der Europameisterschaft zu fliegen.