Den ersten Matchball haben die deutschen Handballer am Montagabend in Herning vergeben. Gegen Gastgeber Dänemark reichte eine gute Halbzeit nicht aus, um die 26:31 (12:13)-Niederlage abzuwenden. Nun wartet das Endspiel gegen Frankreich ums Weiterkommen.
Die deutsche Überraschung am dritten Hauptrundenspieltag der Hauptrundengruppe I blieb aus. Weltmeister und Olympiasieger Dänemark zog nach einer ausgeglichenen ersten Hälfte dank seines begnadeten Tempospiels davon und fügte dem DHB-Team die zweite Turnierniederlage bei. Überragender Akteur war einmal mehr Mathias Gidsel, der mit acht Toren und sieben Vorlagen von der deutschen Abwehr nie zu stoppen war.
David Späth, der überraschend den Vorzug vor Andreas Wolff bekam, zeigte eine gute Leistung (9 Paraden), wurde aber vom Spieler des Spiels Emil Nielsen und seinen 14 Paraden in den Schatten gestellt. Auf Seiten des DHB-Teams schaffte es Renars Uscins (6) noch am häufigsten, den Mann vom FC Barcelona zu überwinden, leistete sich dabei aber auch sieben Fehlwürfe.
Deutschland mit dem „Endspiel“ gegen Frankreich
Durch die Niederlage ist auch klar, dass das deutsche Team am Mittwochabend gegen Titelverteidiger Frankreich um den Einzug in das EM-Halbfinale kämpft. Ein Punkt reich Alfred Gislason und seinem Team für die Runde der besten vier Mannschaft Europas. Dänemark hat durch den Sieg gegen Deutschland bereits das Ticket gelöst und kämpft am Mittwoch gegen Norwegen um den Gruppensieg.
Es war der Welthandballer, der die Partie in Herning mit dem ersten Treffer eröffnete. Gidsel sollte generell der spielbestimmende Akteur der ersten 20 Minuten werden. Während Nebenmann Simon Pytlick und Schlussmann Nielsen eher verhalten in die Partie starteten, war der Linkshänder von den Füchsen Berlin in der 9. Minute bereits viermal erfolgreich. Die Deutschen hatten vor allem in Person von Marko Grgic enormes Wurfpech, gleich mehrmals traf der Flensburger nur die Latte.
Uscins und Köster mit starken Leistungen zu Beginn
Was dennoch Mut machte, war der couragierte Auftritt der DHB-Auswahl, sodass sogar ARD-Experte Johannes Bitter den Deutschen während der Partie „einen geilen Handball“ attestierte. Die beiden Rückraumspieler Uscins (4 Tore) und Julian Köster (3) überzeugten jeweils mit fokussierten Abschlüssen. Das 10:8 (18.) für Dänemark konnte die deutsche Mannschaft dennoch nicht verhindern.
Renars Uscins hielt das DHB-Team mit seinen Toren in Schlagdistanz
Weil Pytlick Späth nach einigen Fehlwürfen doch überwinden konnte und Torhüter Nielsen (7 Paraden) zunehmend stärker wurde, gestalteten die Dänen das Spiel nun von vorne weg. Immer wieder hatter der DHB-Angriff mehrminütige Torlosphasen, das änderte auch die Hereinnahme von Juri Knorr nicht. Zwei gute Einzelaktionen von Grgic und Köster verkürzten vor der Pause auf 12:13, sogar der Ausgleich war möglich, aber Nils Lichtlein scheiterte per Strafwurf.
Dänemark wartet knapp zehn Minuten auf eigenen Treffer
Dafür liefen die ersten Minuten nach der Halbzeit ganz im Sinne der deutschen Fans in der Jyske Bank Boxen. Knapp zehn Minuten warteten die Dänen auf einen eigenen Treffer. In dieser Phase zeichnete sich Späth mehrmals überragend aus, hielt den Ball von Mads Hoxer (33.) sogar fest. Dann hagelte es Zeitstrafen für das DHB-Team, drei Stück zwischen der 36. und 39. Minute. Die Partie glitt Grgic und Co. aus den Händen.
Der Bundestrainer versuchte sein Team in der Auszeit zu beruhigen und ging voran: „Wir schaffen das, Jungs!“. Aber das Tempospiel der Dänen kam immer mehr zum tragen, nur Uscins (6) hielt mit seinen Toren dagegen. Als aber auch der Linkshänder scheiterte und Gidsel auf 16:21 (45.) stellte, lag eine Vorentscheidung in der Luft.
Deutschland findet keine Lösungen gegen dänisches Tempo
Johannes Golla konnte zumindest die fünfminütige Phase ohne Treffer beenden und auf 17:23 verkürzen, aber im direkten Gegenzug stellte Dänemark den alten Vorsprung wieder her. Der sollte sich auch bis in die Schlussminute so einpendeln, auch wenn Andreas Wolff noch eingewechselt wurde. Deutschland erzielte in Person von Miro Schluroff und Mathis Häseler zwar schöne Treffer, aber die Dänen hatten die Partie jederzeit unter Kontrolle. Und feierten am Ende zurecht den Sieg und damit verbundenen Einzug in das EM-Halbfinale.
