Das Finale der Handball-EM steht fest. Der Weltmeister und Gastgeber aus Dänemark hat das Ticket fürs Endspiel gegen Deutschland nach dem 31:28 (14:13) gebucht. Die Isländer lieferten dem großen Favoriten einen spektakulären Kampf.
Die Dänen mussten vor 15.000 Zuschauern in der ausverkauften Jyske Bank Boxen in Herning ihr ganzes Repertoire abrufen. Die Handballer aus Island liefertem dem großen Titelfavoriten einen harten Kampf und scheiterten am Ende an einer zu langen Schwächephase in der zweiten Hälfte. Die individuelle Klasse der Dänen unterstützt von einer lautstarken rot-weißen Kulisse gab am Ende den Unterschied.
In einem Spiel mit insgesamt 19 Strafwürfen wurden die Siebenmeterwerfer zum wichtigen Faktor. Auf dänischer Seite überzeugte Johan Hansen (4 von 5), wohingegen der lange sichere Orri Torkelsson in der Schlussphase gleich zweimal scheiterte (6 von 8). Ansonsten bestach erneut Mathias Gidsel mit einer fehlerfreien Quote (7 Tore und 7 Vorlagen). Bei Island zeigte Janus Smarason mit acht Toren eine starke Leistung, wohingegen Regisseur Gisli Kristjansson blass blieb.
Dänemark trifft im Finale der Heim-EM am Sonntag auf Deutschland (18 Uhr, live im ZDF und in der Audio-Vollreportage auf sportschau.de), Island spielt zuvor gegen Kroatien um Bronze.
Es war eine torarme erste Hälfte zwischen Dänemark und Island, die durchaus temporeich begann. Ellidi Vidarsson mit der frühen Führung für den Inselstaat nach knapp 42 Sekunden, die vom Welthandballer umgehend selbst beantwortet wurde. Gidsel kam mit viel Tempo und zog den frühen Strafwurf – Emil Jakobsen traf zum 1:1 in der 2. Minute.
Islands Magnusson mit vier Toren in ersten zehn Minuten
Es war der erste von insgesamt zehn Siebenmetern in den ersten 30 Minuten. Beide Teams ließen von der Linie überraschend viel liegen, vergaben bis zur Pause jeweilis zwei von fünf Versuchen. Dabei war es nicht das Spiel der beiden Torhüter, weder Emil Nielsen, noch Viktor Hallgrimsson kamen auf viele Paraden. Spieler der ersten Minuten war ganz klar Omar Ingi Magnusson.
Eine enge und umkämpfte Partie: Simon Hald gegen Omar Ingi Magnusson
Der Mann vom SC Magdeburg warf vier Tore in den ersten zehn Minuten (7:5) und war von der dänischen Abwehr nicht in den Griff zu bekommen. Dafür taute der zweite Superstar erst spät auf, G. Kristjansson warf in der 23. Minute sein erstes Tor zum 10:10. Zuvor hatte sein Team eine achtminütige Phase, in denen der Außenseiter kein Tor erzielten konnte.
Dänemark kann sich nach der Pause nicht absetzen
Auch deshalb ging Dänemark mit einer knappen 14:13-Führung in die Pause. Die war nach drei Minuten aber schon wieder weg, der treffsichere Torkelsson zur erneuten Führung für die Isländer (15:14). Beide Trainer versuchten es danach mit einer neuen Taktik, doch weder der taktische Kniff der offensiven Deckung bei den Dänen, noch das Sieben-gegen-Sechs der Isländer sorgten für eine Vorentscheidung.
Für einen 3:0-Lauf des Weltmeisters sorgte die Hereinnahme von Kevin Möller und eine zunehmend besser funktionierende Abwehr. Kiels Magnus Landin mit seinem ersten Treffer zum 21:19 (42.). Wichtig für Island, dass in dieser Phase Hallgrimsson wieder eine Parade verzeichnen konnte, der Torwart vereitelte den achten Strafwurf der Dänen vom bisher fehlerfreien Hansen.
Island verzweifelt an dänischer Abwehr
In der 45. Minute konnte sich Gidsel das erste Mal nach der Pause auszeichnen, es war der sechste Treffer an diesem Abend. Island ließ sich aber nicht abschütteln, kam durch Torkelsson bis auf zwei Toren ran (22:24). Und hatte in Smarason den wichtigsten Offensivakteur in seinen Reihen. Der 31-Jährige traf siebenmal, konnte aber auch nichts dagegen tun, dass Möller im Tor der Dänen heiß lief.
Während aus dem Feld Möller zur Stelle war, kehrte Nielsen beim zehnten Siebenmeter der Isländer zurück und parierte gegen Torkelsson. Im Gegenzug konnte Landin auf 29:25 (56.) stellen und sorgte damit für die Vorentscheidung in Herning. Durch den Sieg der Dänen ist das Finale und damit auch das Re-Match der Hauptrundengruppe I fix: Deutschland kämpft am Sonntagabend um 18 Uhr gegen Dänemark um den EM-Titel.
