Handball-EM 2026: Deutschland besiegt Norwegen – Torhüter Wolff glänzt

Dank einer Weltklasse-Gala von Torwart Andreas Wolff bleiben Deutschlands Handballer bei der Europameisterschaft auf Kurs Richtung Halbfinale. Das Team von Bundestrainer Alfred Gislason kam gegen Norwegen zu einem 30:28 (15:17)-Sieg und führt die Tabelle in der Gruppe eins mit 6:0 Punkten an.

„Das war wieder ein hartes Stück Arbeit“, sagte Marko Grgic im ZDF und betonte: „Man muss einfach sagen: Danke an Andi. Wahnsinn, wie oft er uns den A… rettet.“ Renars Uscins schwärmte, Wolff sei „nicht von dieser Welt“. Der Torhüter selbst sprach von einem besonderen Flow. „Man macht sich keine Gedanken mehr, sondern schaut sich nur den Gegner an“, sagte Wolff und forderte: „Jetzt müssen wir noch im Angriff eine Schippe drauflegen.“

Wolff wehrt mehr als 20 Würfe ab

Vor 10.117 Zuschauern in Herning war Rückraumspieler Marko Grgic mit sieben Toren bester Werfer für den Olympia-Zweiten, der bei der Endrunde zuvor schon Spanien und Portugal besiegt hatte. Am Montag steht für die deutsche Mannschaft um den überragenden Wolff, der gigantische 22 Würfe abwehrte, das Kracher-Duell mit Weltmeister und Olympiasieger Dänemark an.

Das Team um Welthandballer Mathias Gidsel vom deutschen Meister Füchse Berlin verfügt nach einem 36:31 gegen Spanien wie Frankreich über 4:2 Punkte. Der Titelverteidiger hatte zuvor Portugal mit 46:38 überrollt und ist am kommenden Mittwoch der letzte Gegner der DHB-Auswahl in der zweiten Turnierphase.

DHB-Team mit Fehlstart

Durch den schwer erkämpften Sieg gegen Norwegen um Sander Sagosen hat die deutsche Mannschaft jetzt alle Trümpfe in der Hand, sich den Traum vom Halbfinale zu erfüllen. Dafür muss aber eine deutliche Steigerung her. Angesichts der engen Konstellation ist auch noch eine frühzeitige Heimreise nach der Hauptrunde möglich.

„Wir müssen Spaß haben und unser Spiel durchziehen“, forderte Gislason vor dem Anpfiff. Doch das war leichter gesagt als getan. Wie schon zuletzt gegen Portugal tat sich das DHB-Team im Angriff enorm schwer. Gleich reihenweise wurden beste Chancen vergeben. Hinzu kamen einige technische Fehler.

Mit großer Wucht: Jannik Kohlbacher (rechts) packte hinten kräftig zu, Marko Grgic (links) zeigte in der Schlussphase vorne sein Können.
Mit großer Wucht: Jannik Kohlbacher (rechts) packte hinten kräftig zu, Marko Grgic (links) zeigte in der Schlussphase vorne sein Können.dpa

Zum Glück war wenigstens Torwart Andreas Wolff von Beginn an hellwach. Doch auch der 34-Jährige konnte trotz einiger Glanzparaden nicht verhindern, dass Deutschland nach neun Minuten beim 2:5 mit drei Toren hinten lag.

Der Fehlstart veranlasste den Bundestrainer zu einer frühen Auszeit, die zunächst aber ebenso wenig bewirkte wie erste personelle Wechsel. Erst langsam kämpfte sich die DHB-Auswahl in die Partie und kam beim 8:8 (17.) zum Ausgleich. Wolff hatte zu diesem Zeitpunkt bereits acht Würfe abgewehrt.

Vorn machte jetzt vor allem Franz Semper viel Betrieb. Der Leipziger erwies sich aus dem Rückraum als sicherer Vollstrecker und traf in dieser Phase viermal. Seine Nebenleute ließen aber weiter die nötige Effizienz vermissen. So ging es mit einem Zwei-Tore-Rückstand in die Halbzeitpause.

Nach dem Wechsel setzte sich das Fehlerfestival im deutschen Angriff zunächst fort. Nur auf Wolff war weiter Verlass. Der 34-Jährige erhielt von den Zuschauern für seine teils unglaublichen Rettungstaten immer wieder Szenenapplaus und hielt das DHB-Team im Spiel.

Das färbte Mitte der zweiten Halbzeit endlich auch auf seine Vorderleute ab. Beim 26:21 (49.) führte Deutschland plötzlich mit fünf Toren, weil nun auch Rückraumspieler Grgic erstmals im Turnier sein Potenzial ausschöpfte und der Mannschaft mit seinen Treffern zusätzliche Sicherheit gab. So durfte die DHB-Auswahl am Ende jubeln.