Hamburger SV: „Wenn einer auf der Strecke bleibt, dann ist das so“ – Hrubesch äußert sich zum Fall Glatzel

Mit einem „Lächeln auf den Lippen“ und zur Freude seines Trainers Merlin Polzin ist Abwehr-Juwel Luka Vuskovic wieder beim Hamburger SV eingetroffen. Der 19-jährige Kroate gehörte zu einer Gruppe von insgesamt neun Profis der Hanseaten, die in der vergangenen Woche mit ihren jeweiligen Nationalmannschaften unterwegs waren. Das sei „eine geile Sache“, sagte der Trainer des Fußball-Bundesligisten Hamburger SV vor dem Heimspiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im erneut ausverkauften Volksparkstadion gegen den FC Augsburg.

Vuskovic war mit der kroatischen Auswahl in den USA gegen Kolumbien (2:1) und Brasilien (1:3) im Einsatz. Gegen Kolumbien spielte der 19-Jährige durch und erzielte einen Treffer, gegen Brasilien stand er bis zur 82. Minute auf dem Feld. Seit Donnerstag ist der Defensivmann wieder in der Hansestadt. Polzin: „Er wird sich heute sicherlich ausruhen und versuchen, sich an die deutsche Zeit zu gewöhnen. Dann trainiert er morgen im Abschlusstraining mit und kann Samstag ganz normal spielen.“

Fünf angeschlagene und ein gesperrter Leistungsträger

Nicht mit dabei sein werden dagegen die angeschlagenen Nicolás Capaldo, Bakery Jatta, Yussuf Poulsen, Alexander Rössing-Lelesiit und Jean-Luc Dompé. Auch Mittelfeld-Abräumer Nicolai Remberg steht den zwölftplatzierten Norddeutschen (30 Punkte) gegen Augsburg (10./31) wegen seiner zehnten Gelben Karte nicht zur Verfügung. Für Remberg könnte sich Winterzugang Albert Grönbaek zur Alternative entwickeln. „Er hat in den letzten Wochen sehr große Schritte gemacht“, sagte Polzin über den vom französischen Erstligisten Stade Rennes ausgeliehenen Dänen, der bislang noch keinen Pflichtspieleinsatz für die Rothosen hatte.

Im Angriff könnte Robert Glatzel wieder zur Verfügung stehen. Polzin: „Es steht nichts im Wege, dass er im Kader steht.“ Beim 2:3 gegen Borussia Dortmund war der Stürmer aus dem Kader gestrichen worden, weil er sich in einem Zeitungsinterview über mangelnde Einsatzzeiten beklagt hatte.

Großes Polzin-Lob von Club-Ikone Horst Hrubesch

Lob aus berufenem Mund erhielt der HSV-Coach derweil von der Club-Ikone Horst Hrubesch: „Er war viele Jahre dabei, auch in schwierigen Zeiten. Ich habe gesehen, wie akribisch er arbeitet und wie er mit Spielern umgeht. Er hat eine klare Idee und spricht Dinge direkt an. Und man sieht, dass die Mannschaft mit ihm geht“, sagte der 74-Jährige bei Sport1.

Der frühere Frauen-Bundestrainer traut Polzin sogar zu, im Volkspark eine Ära zu prägen: „Ja, das traue ich ihm zu. Aber Fehler gehören dazu – und das zweite Jahr wird noch schwieriger.“

Zur Causa Glatzel hat Hrubesch ebenfalls eine klare Meinung: „Er hat in der 2. Liga überragend performt, das steht außer Frage. Aber er muss den Trainer zwingen, ihn aufzustellen – das ist seine Aufgabe“, urteilte das einstige Kopfball-Ungeheuer: „Es ist schade, aber solche Härtefälle gibt es immer. Am Ende zählt, was die Mannschaft braucht. Und wenn einer auf der Strecke bleibt, dann ist das so. Das muss Glatzel auch kapieren.“