Halbfinale im DFB-Pokal: Wolfsburg rettet sich ins Endspiel – Sport

Mit Ach und Krach sind die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg ins Endspiel des DFB-Pokals eingezogen. Erst im Elfmeterschießen setzte sich das Team von Trainer Stephan Lerch im Halbfinale beim Schlusslicht der Bundesliga, dem FC Carl Zeiss Jena, 5:4 durch. Auch nach der Verlängerung war noch kein Tor gefallen. „Wir tun uns extrem schwer“, hatte die frühere DFB-Kapitänin Alexandra Popp, die Wolfsburgs Team verletzt fehlte, schon zur Pause festgestellt.

Nun hat der VfL immerhin die letzte Titelchance in dieser Saison gewahrt. Drei Tage nach dem Aus in der Champions League bei Olympique Lyon verwandelte Smilla Vallotto den entscheidenden Elfer für den VfL. Herausragende Spielerin war Nationaltorhüterin Stina Johannes, die zwei Bälle vom Punkt hielt und den möglichen Sieg des FC Carl Zeiss Jena verhindert.

Das Team von Trainer Florian Kästner machte es Wolfsburg ungemein schwer. Auch die vielen Flanken von Svenja Huth halfen dem Favoriten nicht. Jena hielt den VfL Wolfsburg, immerhin elfmaliger Pokalsieger und siebenmaliger Meister, in der ersten Halbzeit meist weit entfernt vom Tor beschäftigt und wehrte sich auch bis zum Ende der Verlängerung unermüdlich gegen den früheren Champions-League-Sieger. Eine „echte Achterbahnfahrt“ sei die Partie gewesen, sagte VfL-Trainer Lerch; sie hätte auch in eine Blamage münden können. Gegner der Wolfsburgerinnen in Finale am 14. Mai in Köln ist der Sieger des zweiten Halbfinals zwischen dem FC Bayern und der SGS Essen.

Der Pokalsieg?  „Ein Träumchen“, sagt Alexandra Popp

Am Ende flossen Tränen der Erleichterung bei Alexandra Popp am Spielfeldrand, die verletzte Leistungsträgerin umarmte ihre Teamkolleginnen. Dass dem Team ohne Popp die Ideen fehlen, war offensichtlich. Popp und der VfL, das sei einfach „eine Riesenhistorie“, sagte Keeperin Johannes im Fernsehinterview: „Sie ist eine Legende des Vereins, ich glaube, es bedeutet ihr einfach sehr viel, in ihrem letzten Jahr mit uns noch einmal im Pokalfinale stehen zu können. Ich hoffe, dass sie dann fit ist und uns genauso helfen kann wie sonst auch.“

Popp, 35, wird im Sommer nach 14 Jahren in Wolfsburg zu Borussia Dortmund wechseln, derzeit ist sie wegen einer muskulären Verletzung ausgebremst. „Wir hoffen natürlich, dass es zum Pokalfinale reicht“, sagte sie am Sonntag, „aber das entscheidet die Wade selbst. Es wäre ein Träumchen, am Ende mit dem Pokal in der Hand diesen Verein verlassen zu können.“