
Der VfB Stuttgart steht im Finale des DFB-Pokals und trifft am 24. Mai auf Arminia Bielefeld. Beim Sieg gegen RB Leipzig stachen drei Spieler heraus. Die Einzelkritik.
Erstmals seit 2013 hat der VfB Stuttgart das Finale des DFB-Pokals erreicht. Im Halbfinale besiegte die Mannschaft von Trainer Sebastian Hoeneß das Team von RB Leipzig mit 3:1 und darf damit auf den ersten Pokal-Titel seit 1997 hoffen. Beim Sieg gegen Leipzig überzeugten ganz besonders Alexander Nübel, Jeff Chabot und Angelo Stiller. Die Einzelkritik:
Alexander Nübel: Note 1,5
Besonders im ersten Durchgang der starke Rückhalt des VfB Stuttgart. Parierte mehrfach herausragend gegen Loïs Openda und schnappte sich auch den abgefälschten Schuss von Xavi Simons sicher (32.). Beim 1:2-Anschlusstreffer von Benjamin Sesko aus kurzer Distanz getunnelt, aber ohne Schuld.
Jeff Chabot: Note 1
Vereitelte zahlreiche aussichtsreiche Situationen der Leipziger. Starke Tacklings im Strafraum, warf sich in jeden Schuss und blockte mit Kopf und Fuß fast alles weg, was aufs Stuttgarter Tor kam. Der Fels in der Brandung beim Sieg gegen Leipzig.
Ameen Al-Dakhil: Note 3
Nicht ganz so stabil wie Chabot, aber dennoch mit solider und leidenschaftlicher Leistung. Bekam im ersten Durchgang einige Mal entscheidend den Fuß dazwischen, wirkte aber nicht immer sicher im Stellungsspiel. Verlor im eigenen Strafraum den Zweikampf mit Ridle Baku, der zur Großchance für Leipzig führte.
Finn Jeltsch: Note 3,5
Wurde als Rechtsverteidiger aufgestellt und intensiv von der starken linken Seite der Leipziger und dem über halblinks agierenden Openda gefordert. Stand nicht immer richtig, konnte sich aber auf Chabot als Ausputzer verlassen. Fantastisches Tackling gegen Sesko in der 54. Minute, der ihm dann aber in der 62. Minute im Rücken entwischte und zum zwischenzeitlichen 1:2 aus Gäste-Sicht traf.
Maximilian Mittelstädt: Note 2,5
Hatte die erste große Cahnce der Partie per Volley nach einer Flanke von Jamie Leweling (5.). Seine anschließende Ecke führte über den Umweg Sesko zum Führungstor von Angelo Stiller (5.). Machte die linke Defensivseite lange gut zu, erst in der Schlussphase ergaben sich Chancen für Leipzig über seine Seite – wie beim Lattentreffer von Sesko.
Atakan Karazor: Note 3
Spielerisch nicht ganz so auffällig, dafür als verbaler und gestenreicher Antreiber aktiv. Organisierte, strukturierte, motivierte – ohne selbst die ganz großen Szenen zu haben. Wie immer aber eine verlässliche Größe im Mittelfeld.
Angelo Stiller: Note 1,5
Traumtor mit seinem Volley-Rechtsschuss aus 19 Metern zum 1:0 in der 5. Minute. War einmal mehr das spielerische Bindeglied zwischen Defensive und Offensive, schlug zudem den Eckball, der zum 3:1 durch Leweling führte. Toller Auftritt des Nationalspielers.
Angelo Stiller erzielte per Traumtor das 1:0 für den VfB Stuttgart gegen RB Leipzig
Jamie Leweling: Note 3
Schöne Flanke vor der ersten Großchance von Mittelstädt, ansonsten wenige offensive Impulse. Stand dann in der 73. Minute goldrichtig und traf per Abstauber zum 3:1 und damit zur Entscheidung. Es war das erste Pokaltor überhaupt für Leweling.
Enzo Millot: Note 4
Hatte einen schweren Stand, agierte oft glücklos in seinen Offensivbemühungen. Konnte sein kreatives Potenzial kaum unter Beweis stellen und blieb mit seinen Aktionen häufig am Gegner hängen. Ging zudem vor dem Leipziger Anschlusstreffer nicht ins Kopfballduell mit Willi Orban. Wurde in der 76. Minute durch Fabian Rieder ersetzt – Millot hatte schon deutlich bessere Auftritte im VfB-Trikot.
Nick Woltemade: Note 2
Bestritt gefühlt jeden Zweikampf, der sich ihm bot und gab keinen Ball verloren. Blieb ohne eigene große Offensivszene im ersten Durchgang, gehörte dann aber zu den spielentscheidenden Akteuren in der zweiten Hälfte. Erzielte das 2:0 nach doppeltem Doppelpass mit Ermedin Demirovic (57.) und ermöglichte mit seinem Kopfball aufs lange Eck den Treffer zum 3:1 durch Leweling.
Nick Woltemade erzielte den zweiten Treffer für den VfB Stuttgart gegen Leipzig
Ermedin Demirovic: Note 2,5
Bewegte sich als nominell einzige echte Spitze geschickt in die Lücken der Leipziger Abwehrkette und hatte früh eine gute Chance aus Nahdistanz gegen RB-Keeper Vandevoordt. Spielte mannschaftsdienlich und bereitete mit einer ganz feinen Aktion den Treffer von Woltemade vor. Auch ohne eigenen Treffer ein guter Auftritt des Bosniers.
Ohne Note: Fabian Rieder (Einwechslung 76. Minute), Leonidas Stergiou (77.) und El Bilal Touré (90.+3).
Sendung am Do., 3.4.2025 6:00 Uhr, SWR Aktuell am Morgen, SWR Aktuell