Eine Untersuchung zum Verhalten des ehemaligen Generaldirektors des Österreichischen Rundfunks (ORF), Roland Weißmann, hat den Vorwurf der sexuellen Belästigung nach Angaben des Senders nicht bestätigt. Mit Blick auf die hohen Anforderungen an die Führungskräfte des Unternehmens werde sein Dienstverhältnis dennoch beendet, teilte der öffentlich-rechtliche ORF mit.
Weißmann hatte Anfang März sein Amt niedergelegt, doch er war als Angestellter im ORF geblieben. Der Sender teilte damals mit, dass ihm eine Mitarbeiterin sexuelle Belästigung vorgeworfen habe. Nach Darstellung von Weißmanns Anwalt ging es hingegen um angebliches unangemessenes Verhalten gegenüber der Frau. Weißmann bestritt die Vorwürfe.
Auch wenn keine sexuelle Belästigung im rechtlichen Sinne vorliege, verlange der ORF von seinen Managern „ein sehr hohes Maß an Integrität“, stellte der Sender nach Abschluss der Untersuchung klar. Führungskräfte müssten alles unterlassen, was dem Unternehmen schaden könnte. Daher werde der Dienstvertrag des 58-Jährigen aufgelöst, erklärte der Sender.

:„Null Toleranz für schlechtes Verhalten“
Der ORF-Generaldirektor Roland Weißmann tritt nach Vorwürfen sexueller Belästigung zurück, die er bestreitet. Der Fall trifft den österreichischen Rundfunk im schlechtesten Moment.
Weißmanns Anwalt kritisierte diesen Schritt. Der Vorwurf der sexuellen Belästigung sei in sich zusammengebrochen, sagte der Jurist in einer Stellungnahme. Aussagen des ORF über angebliche Verstöße gegen ethische Standards seien „ein durchschaubarer Versuch, trotz klarer Entlastung ein Fehlverhalten zu konstruieren“.
Vorläufig führt die langjährige ORF-Managerin Ingrid Thurnher den Sender. Im August steht die Wahl eines neuen ORF-Intendanten oder einer ORF-Intendantin für die Zeit ab Januar 2027 an.
