

Ist Kinderpornographie ein „Premium“-Inhalt?
In der zivilisierten Welt gilt das Recht am eigenen Bild, stehen sexuelle Übergriffe unter Strafe und wird Kinderpornographie als schweres Verbrechen verfolgt. Elon Musk scheint das nicht zu scheren. Die britische Regierung, die ihn besonders scharf kritisiert, und die britische Medienaufsicht Ofcom, die ihm auf den Fersen ist, nennt er Zensoren und „faschistisch“: Der Verbreiter von Päderastie bezeichnet seine Kritiker als Nazis.
Reagiert hat Musk mit seiner Flucht ins Premiumsegment auf die Ermittlungen der Europäischen Kommission, die sich mit dem Umstand befasst, dass Musks KI Grok Pornographie und Kinderpornographie erstellt und diese auf Musks Netzwerk X kursieren. Das sei nicht „spicy“, also „scharf“, sondern verboten, sagte der Kommissionssprecher Thomas Regnier. Ein bezahlpflichtiger Zugriff auf Grok ändere daran nichts. Die EU-Kommission hat Elon Musk respektive seine Firma xAI aufgefordert, Dokumente zur Entwicklung von Grok nicht zu vernichten, sondern bis Ende des Jahres aufzubewahren. Sie will ihm in die Bücher schauen können.
Das konterte Musk mit der Ankündigung, er werde innerhalb der nächsten sieben Tage den neuen Algorithmus der Plattform X veröffentlichen. Bekannt gegeben werde auch der Code, der darüber entscheide, welche Beiträge und Anzeigen Nutzern empfohlen werden. Am Bau des X-Algorithmus ist die KI Grok beteiligt. Sein Ziel sei es, schrieb Musk im vergangenen September, dass die Empfehlungsmaschine von X am Ende allein auf KI, also auf Grok, beruhe.
So lenkt Elon Musk ab. Er gibt vor, er tue Gutes und trete für Meinungsfreiheit und Transparenz ein. Er weicht aus und deutet Verbrechen in Tugenden um, die Verteidiger von Menschenrechten und Rechtsstaat zieht er in den Dreck. Er macht sich offenbar keine Vorstellung davon, was es bedeutet, wenn jeder jeden in Deepfake-Pornos stecken kann und Kinder in einer Welt aufwachsen, in der digitale Übergriffe Standard sind.
Damit stößt der einstige Berater von Donald Trump vollkommen zurecht auf den Widerstand der EU, der britischen, deutschen und französischen Regierungen und der nationalen Medienaufsichten. Musks Freizügigkeit geht aber offenbar sogar der US-Regierung zu weit. So berichtet der britische Vizepremierminister David Lammy im „Guardian“ nach einem Treffen mit seinem US-Kollegen J. D. Vance, dieser habe, als er die „entsetzliche Situation“ angesprochen habe, dass Elon Musks KI Grok Deepfake-Pornographie anfertige, die über X in Umlauf komme, dies als „vollkommen inakzeptabel“ bezeichnet.
Weil Grok in Kombination mit X derart verstrickt ist, hat Indonesien als erstes Land der Welt den Zugang zu der KI nun gesperrt, um, wie die Digitalministerin Meutya Hafid sagte, „Frauen, Kinder und die Öffentlichkeit vor den Risiken gefälschter pornographischer Inhalte“ zu schützen. In der EU könnten Grok und X ebenfalls gesperrt werden, nicht zuletzt wegen der Verbreitung von Kinderpornographie. Da ist mit dem Gezeter von wegen „Meinungsfreiheit“ und „Zensur“ endgültig Schluss. Für ein Exempel wird es langsam Zeit.
