

„Mit 9000 Kubikmeter ist das der größte Abbruch der letzten 15 Jahre“, sagte Ingolf Stodian. Er leitet den dortigen Nationalpark Jasmund – den kleinsten Deutschlands. „Wir haben hier ein Kreidesteilufer, was wirklich sehr senkrecht steht, und das ist in einer breiten Scheibe abgerutscht. Das war zu erwarten.“ Der strengere Winter mit langanhaltendem Frost habe den Abbruch am zurückliegenden Wochenende etwa einen Kilometer nördlich von Sassnitz begünstigt. Zuvor hatte die „Ostsee-Zeitung“ berichtet.
„Die gesamte Scheibe von unten bis auch oben liegt nun am Strand. Das sehen wir sehr schön, dass dort unten Bäume plötzlich am Strand stehen. Die ja dort nicht gewachsen sein können.“ Bis zu 58 Meter von der Wand entfernt sei das Material in die Ostsee geschüttet worden.
Vergleichbar sei zuletzt nur ein Abbruch von 2011. Damals seien 35.000 Kubikmeter abgebrochen. Die Abbrüche seien vollkommen normal. „Seit Jahrtausenden formen solche Prozesse unsere Küste.“
Zahlreiche Schilder weisen auf die Risiken an der Steilküste hin. Die Erosion sei für jeden erkennbar, ebenso die damit einhergehende Gefahr, sagte Stodian. „Jeder, der die Küste entlang kommt, kann das wahrnehmen und sollte das wahrnehmen.“
