Die Grimme-Preisträger 2026 stehen fest. Insgesamt werden 16 Grimme-Preise und drei Sonderpreise vergeben, wie das Grimme-Institut im Marl bekannt gab.
Der Preis für die „Besondere Journalistische Leistung“ geht den Angaben zufolge in diesem Jahr an die Leiterin des ZDF-Auslandsstudios in Kairo, Golineh Atai, für ihre „ruhig erzählten und analytisch herausragenden Berichte aus der arabischen Welt“. Der Deutsche Volkshochschul-Verband würdigt mit seiner besonderen Ehrung in diesem Jahr den ehemaligen Moderator und Showmaster Frank Elstner.
In der Kategorie Information & Kultur geht erstmals eine Auszeichnung an den Privatsender RTL 2 für den Zweiteiler „Hass.Hetze.Hoffnung.“ Weitere Preise erhalten die Dokumentationen „Das leere Grab“ (ZDF), „Petra Kelly – Act Now!“ (ARD/ARTE) und „Sudan: Ein Krankenhaus im Schatten des Krieges“ (ZDF/DW/ARTE).
In der Kategorie Fiktion entschied sich die Jury für die Fernsehfilme „Die Nichte des Polizisten“ (ARD) und den Frankfurt-Tatort „Dunkelheit“ (ARD) sowie für die Serienformate „Tschappel“ (ZDF) und „Die Affäre Cum-Ex“ (ZDF). Den Spezial-Preis in der Kategorie Fiktion erhält der Film „Unterwegs im Namen der Kaiserin“ (ZDF).
Grimme-Preise in der Kategorie Unterhaltung gehen an die ZDF-Wissenschaftssendung „Maithink X – Die Show (2025)“ und „smypathisch – die show“ (ZDF/funk). Zudem erhält die Amazon-Serie „Gerry Star“ einen Preis.
In der Kategorie Kinder & Jugend wählte die Jury die Spielfilme „Grüße vom Mars“ (ARD) und „Ellbogen“ (ZDF) aus. Einen Spezialpreis gibt es für die Protagonisten und die Idee der Dokumentation „Der talentierte Mr. F“ (ARD). Die Studierendenjury entschied sich den Angaben zufolge für die Medical-Drama-Serie „KRANK Berlin“ (ZDF neo/Apple TV+), der Publikumspreis der Marler Gruppe geht an die Animations-Serie „Lenas Hof“ (ZDF).
„Dieser Grimme-Preis Jahrgang zeigt erneut, wie vielfältig im deutschen Fernsehen aktuelle Themen der Zeitgeschichte wie Rassismus, Rechtsradikalismus und die prekäre Lage des Gesundheitssystems, aber auch neuere deutsche Geschichte erzählt werden“, so Çiğdem Uzunoğlu, Direktorin des Grimme-Instituts. Bei genauerer Betrachtung zeigten sich aber auch thematische Lücken: „die Kriege in Europa und im Nahen Osten kommen nicht vor, ebenso die Klimakrise. Fehlt es hier an Mut?“
Die Preise werden am 24. April im Marler Theater verliehen. Der 1964 erstmals vergebene undotierte Grimme-Preis gilt als wichtigster deutscher Fernsehpreis.
