
AUDIO: Gut geplant ist halb geerntet: Mit Pflanzplan zum Erfolg (38 Min)
Stand: 25.03.2026 19:07 Uhr
Gemüse selbst anzubauen, ist sehr beliebt. Welche Gemüsesorten eignen sich für Anfänger und worauf sollte man bei Saatgut, Planung des Gemüsebeets und Anbau achten?
Immer mehr Menschen haben Spaß daran, ihr eigenes Gemüse anzubauen. Wer Gemüse selbst aussät oder Jungpflanzen im Handel kauft, sollte sich für möglichst robuste Gemüsesorten entscheiden. Auf der Saatgutpackung stehen in der Regel Hinweise, gegen welche Krankheiten und Schädlinge die Gemüsepflanzen besonders widerstandsfähig oder tolerant sind.
Bei der Wahl der Sorten sollte man zudem darauf achten, dass sie zu den heimischen klimatischen Bedingungen passen. Besonders empfehlenswert sind deshalb alte Gemüsesorten. Sie haben sich über Generationen an die Bedingungen einer Region angepasst.
Unkomplizierter Anbau: Gemüsesorten für Anfänger
Wer kein besonderes Vorwissen hat und nicht übermäßig viel Aufwand beim Gemüseanbau betreiben will, kann sich beispielsweise für diese Anfänger-Sorten entscheiden:
Einen Pflanzplan erstellen
Zu Beginn jedes Gartenjahres empfiehlt es sich, einen Pflanzplan zu erstellen, um die vorhandene Anbaufläche optimal nutzen zu können und den Überblick zu behalten. Die wichtigste Frage lautet: Welches Gemüse möchte ich in jedem Fall anbauen? Die Zeit von Aussaat bis zur Ernte, also die Kulturdauer dieser Sorten, bildet den Rahmen der Planung. Beispiel: Tomaten kommen etwa Mitte Mai ins Beet und werden spätestens Mitte Oktober geerntet. Im Gemüsebeet ist im Frühling also von März bis Mai Platz, um frostunempfindliche Gemüsesorten mit einer kurzen Kulturdauer anzubauen, etwa Radieschen und Spinat. Im Oktober wiederum ist es noch möglich, Feldsalat oder Winterknoblauch zu pflanzen. Tipp: Um das Beet optimal nutzen zu können, sollte das Gemüse der Folgekultur etwa vier Wochen vorher ausgesät und auf der Fensterbank vorgezogen werden.
Vorteil dieser Vorgehensweise: Das Beet liegt nie brach und der Ertrag wird gesteigert. Zudem wirkt sich eine dauerhafte Bepflanzung positiv auf die Bodenstruktur aus und verhindert, dass Nährstoffe ausgewaschen werden.
Der richtige Standort fürs Gemüsebeet
Bei der Wahl des Standorts des Gemüsebeets darauf achten, dass sich in der Nähe ein Wasseranschluss befindet. Am besten ist eine Nord-Süd-Ausrichtung, damit die Kulturen viel Sonne bekommen. Der Platz sollte windgeschützt, aber luftig sein. Als Windschutz eignen sich für die äußere Bepflanzung zum Beispiel Beerensträucher wie Johannisbeeren und Himbeeren.
Größe und Wege bedenken
Bei der Beetplanung vergessen viele, dass sie an das gepflanzte Gemüse zum Pflegen und Ernten gelangen können müssen. Das Beet sollte so breit sein, dass man die Mitte bequem von einer Seite aus erreichen kann. Das Standardmaß beträgt 1,2 Meter. In größeren Gemüsegärten ist in jedem Fall ein etwa 80 bis 100 Zentimeter breiter Hauptweg empfehlenswert, auf dem bequem eine Schubkarre Platz findet.
Zwischen den Beeten sollte der Abstand etwa 25 bis 30 Zentimeter betragen. Wer einen Großteil seines Gemüsebedarfs mit der Ernte aus dem eigenen Garten abdecken will, sollte pro Person etwa 30 bis 40 Quadratmeter Anbaufläche kalkulieren.
Tipp
Mischkultur für gesunde Pflanzen
Wer mehrere Gemüsesorten anbauen möchte, etwa in einem Hochbeet, sollte sich für eine sogenannte Mischkultur entscheiden. Werden die richtigen Pflanzen im Beet miteinander kombiniert, profitieren sie hinsichtlich Wachstum und Gesundheit. Die Pflanzen sollten möglichst unterschiedlichen Pflanzenfamilien angehören, denn dem Gartenboden werden sonst einseitig Nährstoffe entzogen. Pflanzen einer Familie sind zudem für dieselben oder ähnliche Krankheiten anfällig. Erreger können sich so für längere Zeit in der Erde ansiedeln, die Pflanzen schwächen und die Ernte beeinträchtigen. Möhren sollten beispielsweise nicht neben Petersilie angebaut werden, sie stammen beide aus der Familie der Doldenblütler.
Kräuter und Blumen ideal für Mischkultur
Wer zusätzlich Kräuter ins Gemüsebeet pflanzt, profitiert von einer natürlichen Schädlingsabwehr: So vertreiben Salbei, Rosmarin, Thymian und Minze mithilfe ätherischer Öle den gefürchteten Kohlweißling. Bohnenkraut hält die Bohnenblattlaus fern. Schnittlauch reduziert zwischen Erdbeeren gepflanzt die Gefahr, dass Grauschimmel die Früchte befällt. Blumen im Gemüsebeet, etwa Tagetes, Ringelblume und Kapuzinerkresse, halten ebenfalls manche Schädlinge fern und ziehen außerdem nützliche Insekten an, die die Pflanzen bestäuben.
Auf die Fruchtfolge achten
Wer über mehrere Jahre Gemüse im selben Beet anbauen möchte, sollte auf die Einhaltung der richtigen Fruchtfolge achten. Dabei handelt es sich um eine Abfolge, in der Nutzpflanzen gemäß ihrem Nährstoffbedarf angebaut werden. Am einfachsten ist es, ein Beet in vier Flächen zu unterteilen und die Kulturen jeder Gruppe jährlich ein Bett weiterwandern zu lassen.
Diese Gruppen unterscheidet man:
- Starkzehrer: große Kohlsorten, Zucchini, Gurken, Kartoffeln, Lauch, Sellerie und Kürbis
- Mittelzehrer: Zwiebeln, Möhren, Rote Bete, Fenchel, Salate, Spinat, Radieschen, Kohlrabi
- Schwachzehrer: Bohnen, Erbsen und die meisten Kräuter
- Gründüngung: beispielsweise aus Tagetes- oder Senf-Saat (zur Regeneration des Bodens)
Der Vorteil: Die Pflanzen werden ausreichend mit Nährstoffen versorgt und der Boden wird, anders als bei Monokulturen, nicht einseitig ausgelaugt. Um über die Jahre den Überblick zu behalten, ist es empfehlenswert, einen Gartenplan anzulegen, auf dem die Bepflanzung notiert wird.
Gemüse auf dem Balkon anbauen
Viele Gemüsesorten können auch problemlos auf dem Balkon angebaut werden. Dafür eignen sich sowohl ausreichend große Kübel als auch Pflanzbeutel. Von Tomaten, Gurken, Paprika über Sellerie, Möhren, Salat und Radieschen bis hin zur Süßkartoffel ist vieles möglich.
Video:
Gemüsegarten anlegen: Worauf ist zu achten? (5 Min)








