Gefälschte Mahnung: Woran erkenne ich sie?

Frau schaut auf einen Brief und tippt auf ihr Mobiltelefon.

AUDIO: Stadtreinigung warnt vor Betrugsmasche (12 Min)

Stand: 23.02.2026 05:00 Uhr

Immer wieder erhalten Verbraucher gefälschte Inkassoschreiben oder Behördenbriefe mit Zahlungsaufforderungen. Kommt man dem nach, ist das Geld meist weg. Woran kann man erkennen, dass die Schreiben nicht echt sind?

von Christina Maciejewski

Kommt per Mail oder mit der Post eine Mahnung, sind die meisten erst einmal alarmiert: Habe ich etwas versäumt? Diese Reaktion machen sich Betrüger zunutze und versuchen, mit sogenannten Phishing-Mails oder -Briefen Geld abzugreifen. Meist geht es dabei um Dienstleistungen, die man angeblich nicht bezahlt hat, die jedoch frei erfunden sind.

Ruhe bewahren und prüfen: Ist die Mahnung gefälscht?

Auch gefälschte Briefe von Banken oder Behörden, die Steuernachzahlungen oder Gebühren einfordern, sind regelmäßig im Umlauf. Erhält man ein solches Schreiben, zunächst Ruhe bewahren und vor der Zahlung ein paar Punkte prüfen, um sicherzugehen, dass es sich nicht um eine Fälschung handelt.

Woran erkennt man gefälschte Inkassoschreiben oder Behördenbriefe?

  • IBAN prüfen: Betrüger verwenden häufig Konten im Ausland. In welchem Land sich das Konto befindet, lässt sich an der Länderkennung zu Beginn der IBAN ablesen (in Deutschland DE)
  • Druck und Drohungen: knappe Fristen, angedrohte Sanktionen oder hohe Bußgelder sollen zur Zahlung bewegen
  • Kontaktdaten sind nicht vorhanden oder es meldet sich niemand auf E-Mails oder Anrufe
  • offizielles Erscheinungsbild, aber zugleich Formatierungs- und Rechtschreibfehler und eine ungewöhnliche Sprache
  • keine persönliche Anrede: „Lieber Kunde“ statt „Sehr geehrte Frau Müller“
  • die Zahlungsaufforderungen sind nicht nachvollziehbar oder schlecht begründet

Hat man ein Inkassoschreiben erhalten, sollte man keinesfalls die angegebenen QR-Codes scannen oder Geld überweisen, bevor man nicht weiß, dass es echt ist. Kam die Mahnung per E-Mail, nicht darauf antworten, auf Links klicken oder die Anhänge öffnen.

Wenn möglich, bei Firma oder Behörde direkt nachfragen

Bestehen Zweifel, dass die Mahnung echt ist, kann man bei der angegebenen Firma oder Behörde nachfragen, ob sie sie versendet haben.

Dafür sollte man aber offizielle Kanäle verwenden und nicht die in dem Schreiben angegebenen Kontaktdaten. Insbesondere bei größeren Unternehmen oder staatlichen Behörden lässt sich die Telefonnummer oder E-Mail-Adresse meist schnell im Internet recherchieren.

Echte oder gefälschte Mahnung? Hilfe bei der Verbraucherzentrale

Eine Frau beugt sich verzweifelt über eine Rechnung

Hohe Geldforderungen per Post verursachen Stress. Immer erstmal prüfen: Kann das stimmen?

Wer unsicher ist, ob es sich um ein echtes Schreiben handelt, findet außerdem Hilfe und Beratung bei der Verbraucherzentrale. Die Verbraucherzentrale Brandenburg hat etwa eine sogenannte Schwarzliste Inkasso veröffentlicht, eine Liste von Unternehmensadressen und Kontoverbindungen, die bereits in Phishing-Mails und -Briefen verwendet wurden. Auf ein Konten, das hier aufgeführt wird, sollte man auf keinen Fall Geld überweisen.

Oft hilft es auch, im Internet zu recherchieren, ob Schreiben wie das erhaltene gerade kursieren und bereits von Verbraucherzentrale oder Polizei als Fälschung identifiziert wurden.

Strafanzeige stellen und andere warnen

Hat man ein gefälschtes Inkassoschreiben erhalten, sollte man Strafanzeige bei der Polizei stellen. Das ist auch online möglich. Auch die Verbraucherzentrale zu informieren, ist sinnvoll, um so andere Empfänger vor den gefälschten Briefen zu warnen.

Ein Steuerbescheid vom Finanzamt.

Ermittlern zufolge sind Anfang Oktober erste Fälle bekannt geworden. An sieben Merkmalen erkennen Sie gefälschten Schreiben.

Hände tippen etwas auf einer Computertastatur.

Beim Phishing erbeuten Betrüger per Mail, SMS, QR-Code oder Telefon persönliche Daten wie Passwörter. Wie kann man sich schützen?

Eine besorgte ältere Frau am Telefon.

Am Telefon, per WhatsApp oder an der Haustür versuchen Betrüger, ihren Opfern Geld abzunehmen. Woran man gängige Maschen erkennt.

Schlagwörter zu diesem Artikel

Hamburg