Gedenken an Ex-FDP-Chef: Mronz: Westerwelle würde an Zukunft der FDP glauben

Der verstorbene FDP-Spitzenpolitiker Guido Westerwelle würde nach Einschätzung seines Lebensgefährten Michael Mronz auch heute noch an eine Zukunft der Liberalen glauben. Der «Rheinischen Post» sagte Mronz auf die Frage, was Westerwelle zur heutigen Situation seiner Partei sagen würde: «Er würde das sagen, was er immer gesagt hat. Es gibt zwei Institutionen, die Erfahrung mit der Auferstehung haben. Das sind die christliche Kirche und die FDP. So gesehen sollte man immer den Glauben daran behalten.» 

Am 18. März jährt sich der Todestag von Westerwelle zum zehnten Mal. Der Spitzenpolitiker aus Nordrhein-Westfalen erlag den Folgen einer Leukämie-Erkrankung. Zehn Jahre lang war er Vorsitzender der FDP, unter Kanzlerin Angela Merkel (CDU) war er Bundesaußenminister. Die Liberalen befinden sich derzeit im Überlebenskampf. Bei der Bundestagswahl 2025 hatten sie den Einzug ins Parlament klar verpasst. In Umfragen kommt die Partei derzeit nur auf 3 bis 4 Prozent. Im Stammland Baden-Württemberg flog die FDP am vergangenen Sonntag erstmals aus dem Landtag. 

Starker Redner mit klarem Kompass

Westerwelle habe die Grundachse der FDP nie von anderen abhängig gemacht, sagte Mronz. «Sein Kompass war: Wenn andere sich von uns wegbewegen, laufen wir nicht hinterher, und wenn andere sich auf uns zu bewegen, laufen wir nicht weg.» Der Witwer fügte hinzu: «Guido war als Politiker ein starker Redner, der in sehr klarer Sprache Position bezogen hat. Ich habe den Eindruck, dass heute vielen Menschen hierzulande Politiker fehlen, die aus der Mitte heraus die Probleme der heutigen Zeit deutlich artikulieren und dadurch auch Wähler überzeugen, die sich aus Protest an den rechten und linken Rändern versammeln.»

Mronz ist heute Vorstandschef der Westerwelle Foundation, die Unternehmertum in Afrika fördert. Die Stiftung war noch 2013 von Westerwelle gegründet worden. Am 18. März soll es nach den Worten von Mronz eine Gedenkveranstaltung geben mit dem Thema Demokratie als Schwerpunkt. Sprechen sollen nach Angaben von Mronz unter anderem Bundesaußenminister Johann Wadephul und Bundestagspräsidentin Julia Klöckner (beide CDU).

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