Gastbeitrag von Etgar Keret: Im Nebel der Raketeneinschläge – Kultur

Je länger sich Israels Krieg mit Iran hinzieht, desto weniger verstehe ich ihn. Die Informationen prasseln unaufhörlich auf mich ein. Berichte, Kommentare und Aufnahmen vom Ort des Treffers … – ich meine, der Bombardierung … – oder konnte die Rakete doch abgefangen werden? Wenn man in der Telegram-Gruppe „News Before Anyone“ ist, bekommt man einfach alles mit. Und das kann einen ziemlich verwirren. Ich spiele denselben Clip immer wieder ab und versuche herauszufinden, ob das zerstörte Gebäude neben dem brennenden Auto in Ness Ziona oder in Teheran steht. Schaue ich auf eine zerbombte Basis der iranischen Basidsch-Miliz? Auf Raketentrümmer, die ein Synagogendach durchschlagen? Oder auf ein Lagerfeuer beim Retreat der Sprecher der israelischen Armee? Nach drei Wochen Krieg ist der Nebel nur noch dichter geworden.