Frankreich: Polizei verhindert mutmaßlichen Anschlag auf US-Bank in Paris

Die französische Polizei
hat einen mutmaßlichen Sprengstoffanschlag auf die Pariser Niederlassung der
US-Großbank Bank of America vereitelt. Nach Polizeiangaben wurde
ein Verdächtiger festgenommen, als er in der Nacht zum Samstag einen
Sprengsatz vor dem Gebäude im Zentrum der französischen Hauptstadt
niederlegte. Die Anti-Terror-Staatsanwaltschaft übernahm die
Ermittlungen.

Der selbstgebaute Sprengsatz soll aus einem
mutmaßlich mit Treibstoff gefüllten Fünf-Liter-Kanister sowie einem
Feuerwerkskörper als Zünder bestanden haben. Bei einem Verhör sagte der Festgenommene
nach Angaben der Ermittlungsbehörden aus, er sei über den Onlinedienst
Snapchat angeworben worden, den Anschlag gegen Zahlung von 600 Euro zu
verüben.

Der Vorfall ereignete sich gegen 03.30 Uhr im 8. Arrondissement im Zentrum der Stadt. Während der Verdächtige den Sprengsatz abgelegt habe, sei ein Begleiter einige Schritte zurückgetreten, offenbar um den Anschlag zu
fotografieren oder zu filmen, berichtete die Nachrichtenagentur afp mit Bezug auf die Polizei. Der Verdächtige sei daraufhin von einer Polizeistreife gefasst worden, als er den Sprengsatz mit einem Feuerzeug habe zünden wollen. Seinem mutmaßlichen Komplizen gelang den Angaben zufolge die Flucht.

Behörden in ganz Europa in Alarmbereitschaft

Der Anschlagsversuch sei „die Konkretisierung der iranischen Drohungen gegen amerikanische und israelische Interessen überall in Europa“, zitiert die Nachrichtenagentur afp aus Ermittlerkreisen. Der französische Innenminister Laurent Nuñez sprach von einer „terroristischen Gewalttat“ und sagte, die Sicherheitsbehörden seien angesichts des „internationalen Kontextes“ in erhöhter Bereitschaft. Er lobte den schnellen
Einsatz ‌der Polizei.

Die ​Bank of America teilte mit, sie
sei über die ‌Situation informiert und ​stehe in Kontakt mit ⁠den französischen Behörden. Seit dem Beginn des Iran-Kriegs vor einem Monat ist in zahlreichen Ländern Europas der Schutz für iranische Oppositionelle, jüdische Einrichtungen sowie israelische und US-Vertretungen und -Unternehmen verstärkt worden.