Frankfurt: Hunderte Teilnehmer eröffnen Saison im Tuesday Night Skating

Langsam bricht die Dämmerung über den Hafenpark herein. Zwischen leuchtenden Helmen und blinkenden Rollen werden letzte Vorbereitungen getroffen. Schuhe zuschnallen, ein letztes Mal die Rollen überprüfen, noch ein kurzer Plausch mit Freunden, die man seit dem Herbst nicht mehr gesehen hat. Es herrscht geschäftiges Treiben.

Ob jung oder alt, Neuling oder alter Hase, fast jeder ist hier willkommen. Nur Anfänger sind nicht so gerne gesehen. Aus Sicherheitsgründen, versteht sich. Eine sichere Fahrweise ist Grundvoraussetzung beim „Tuesday Night Skating“, das seit den späten Neunzigern durch die Stadt zieht. Im Pulk zu fahren, ist schließlich nicht ganz ungefährlich. Mit etwa 300 Skatern sei heute zu rechnen, ist aus dem Organisationsteam zu hören. Es ist relativ kalt, nach Regen und Hagel in den vorangegangenen Stunden sind alle schon froh, dass es trocken bleibt.

Anschnallen: Letzte Vorbereitungen vor dem Start
Anschnallen: Letzte Vorbereitungen vor dem StartJanek Stempel

Das Teilnehmerfeld ist so bunt wie die Rollen unter den Füßen, fast jede Generation ist vertreten. Die ältesten Teilnehmer sind über 80, die jüngsten gehen noch zur Schule. Es sind Ferien, daher sind besonders viele Kinder anwesend. Einige sind seit Jahrzehnten Teil der Frankfurter Skaterszene, so wie Hagen, Außendienstler aus der Region. „Durch das Skaten habe ich Frankfurt erst so richtig entdeckt“, sagt er. „Ich habe das Europaviertel wachsen sehen.“ Manche Stadtteile seien aber mittlerweile außen vor, weil die Straßen wohl in einem zu schlechten Zustand seien. „Wir sind ein Detektor für Schlaglöcher“, witzelt er. Sorgen um die Zukunft macht er sich keine: Dank sozialer Medien erreiche die Veranstaltung wieder viele junge Menschen.

Gemächlich in Bewegung

Steffi, seit 2019 dabei, liebt vor allem das Gefühl, in der Menge zu rollen. Im Alltag habe man meist anderes im Kopf, als sich die Stadt anzuschauen, meint sie. Und wann hat man schon mal die Gelegenheit, auf abgesperrten Straßen zu fahren?

Rasant geht es auch an der Paulskirche vorbei.
Rasant geht es auch an der Paulskirche vorbei.Janek Stempel

Filis und Christian haben sich erst auf dem Weg zum Start kennengelernt. Für Filis ist es das erste Mal, Christian war letztes Jahr schon mal dabei. Beide wollen in Zukunft häufiger kommen. Filis arbeitet in Frankfurt und erhofft sich den perfekten Ausgleich nach der Arbeit. „Das ist doch viel schöner, als alleine im Fitnessstudio zu trainieren“, findet sie. Auch Christian ist angefixt. „Ich möchte mir demnächst auch so bunte Rollen zulegen“, sagt er und deutet auf die Schuhe von anderen Teilnehmern.

Dann fällt der Startschuss. Das Feld setzt sich gemächlich in Bewegung. An der Kreuzung stoßen letzte Teilnehmer dazu. Langsam verschwindet die Masse in der Dunkelheit. Am Ende zählt der Veranstalter rund 440 Teilnehmer. Prognose deutlich übertroffen. Ein gelungener Auftakt in die neue Saison, die wieder bis in den Herbst hinein jeden Dienstag Frankfurt in Bewegung hält.