Frankfurt: Autoaktien brechen nach Gewinnwarnung bei Porsche und VW ein

Nachdem die Porsche AG ihre Gewinnprognose deutlich gesenkt hat, haben die Aktien des Sportwagenbauers und anderer Hersteller sichtbar an Wert verloren. Die Papiere der Konzernholding Porsche SE, Volkswagens größter Aktionär, gaben um mehr als acht Prozentpunkte nach und lagen am Morgen bei rund 32 Euro. Die Aktien der Muttergesellschaft Volkswagen fielen um etwa sieben Prozentpunkte auf rund 90 Euro.

Die nicht mehr im DAX gelisteten Anteilsscheine der Porsche AG verloren nach Angabe der Nachrichtenagentur Reuters in der Spitze um 9,3 Prozentpunkte. Hinzu kommt, dass sie wegen ihrer zuletzt schwachen Kursentwicklung seit diesem Montag nicht mehr im Leitindex Dax enthalten, sondern in den Mittelwerteindex MDax abgestiegen sind.

Auslöser der sinkenden Werte war, dass die Porsche AG wegen strategischer Umplanungen von neuen, milliardenschweren Belastungen in diesem Jahr ausgeht und daher mit noch weniger Gewinn rechnet. Dies war am Freitagabend nach Börsenschluss bekannt geworden. Auch der Mutterkonzern Volkswagen und die Dachgesellschaft Porsche SE
der Familieneigentümer Porsche und Piech wurden wegen der
Milliardenlasten vorsichtiger und kappten ihre Ergebniserwartungen.

Die Porsche AG entschied unter anderem,
dass die Verbrennermodelle länger im Programm bleiben sollen. Am Markt hieß
es, es werde eine teure Strategie korrigiert, die die Gewinnmargen des
Luxusautobauers geschwächt und auch Volkswagen belastet habe. Für diese
Umplanungen fallen in diesem Jahr demnach erhebliche weitere Sonderlasten von
rund 1,8 Milliarden Euro an.

Andere Autoaktien verlieren ebenfalls an Wert

Zudem kündigte Porsche eine Verzögerung bei der Markteinführung einiger vollelektrischer Modelle an. Daher erwartet Porsche nun, dass seine Gewinnmarge in diesem Jahr maximal zwei Prozent erreichen wird. Zuvor war von fünf bis sieben Prozent ausgegangen worden. 

Auch Aktien anderer Autobauer verloren durch die Nachrichten von VW und
Porsche an Wert. Papiere von Mercedes-Benz etwa sanken um 2,8
Prozentpunkte, die von BMW gaben um 2,2 Prozentpunkte nach. 

Für die Titel von Stellantis und Renault ging es um 3,1 beziehungsweise
0,5 Prozentpunkte nach unten. Der Branchenindex Stoxx Europe 600 Automobiles
& Parts büßte 2,4 Prozentpunkte ein.