

Die Stimmung ist wieder bombig gewesen beim Frankenfasching in Veitshöchheim. Nur einer im Saal amüsierte sich stundenlang auffallend wenig bis gar nicht, obwohl er wie immer in der ersten Reihe saß und abermals in der coolsten Verkleidung gekommen war.
Ging Söder derart in der Rolle des „Braveheart“ William Wallace auf, dass er dauernd an das unerfreuliche Ende des schottischen Rebellen denken musste? Zwickte den bayerischen Rebellen die neue Hüfte? Zog es auch sonst unter dem Kilt? Oder haderte er mit dem Gedanken, dass er einen Schwiegersohn bekommen könnte, der elf Jahre älter ist als er selbst?
Auf die Verbindungen zwischen reichen alten Männern und schönen jungen Frauen schaut man ja noch einmal anders, seit im Zuge des Epstein-Skandals abgründige Geschichten über die Beziehungen und Gepflogenheiten der oberen Zehntausend jenseits und diesseits des Atlantiks ans Licht kommen.
Die können, wie man im Fall Starmer sieht, selbst für einen völlig unbescholtenen Regierungschef gefährlich werden, der nie in Epsteins Lolita-Express mitflog, wovon wir im Falle Söders natürlich ebenfalls ausgehen.
Kubicki wollte nicht zum Hurenbock werden
Auch bei anderen deutschen Politikern und Prominenten können und wollen wir uns nicht vorstellen, dass sie an den klebrigen Fäden des New Yorker Milliardärsluden hängen geblieben wären wie die Reichen und Mächtigen der Ostküsten-Schickeria. Epstein hat Deutschland vermutlich gar nicht als interessanten Markt betrachtet. Wir haben kein Königshaus mehr mit abenteuerlustigen Prinzen und Prinzessinnen.
Und es ist auch schon mehr als anderthalb Jahrzehnte her, dass Wolfgang Kubicki, damals noch Abgeordneter in Kiel, äußerte, er wolle nicht nach Berlin gehen, weil er dort zum Trinker werden würde, „vielleicht auch zum Hurenbock“. Vergleichbares haben wir nie wieder gehört.
Auch Kubickis Sorge erwies sich als unbegründet, denn als er dann doch dauerhaft in die Bundespolitik wechselte, herrschte in Berlin die Anstandsdame Merkel. Im angelanischen Zeitalter erloschen auch noch die wildesten Phantasien, die sich um den Themenkreis Politik, Macht und Sex rankten. Merkel-Deutschland muss Epstein noch frigider vorgekommen sein als Grönland, das nur sein Kumpel Trump sexy findet.
Wäre Scholz mit der Aktentasche in den Whirlpool gestiegen?
Auch bei Scholz hätte der New Yorker Zuhälter befürchten müssen, dass der nicht ohne seine Aktentasche in den Whirlpool steigt. Und Merz verfügt nicht einmal über einen Westentaschen-Mandelson, den er als Botschafter nach Washington schicken könnte.
Die Bundesregierung gibt jetzt sogar ihr Gästehaus in Meseberg auf, obwohl es in dem ehemaligen Lustschloss eines preußischen Prinzen nur zu gleichgeschlechtlicher Liebe unter volljährigen Männern gekommen war, an der ja nichts auszusetzen ist.
Doch zurück zu Söders Sauertöpfigkeit. Die könnte auch mit einer konkurrierenden Kostümierung zu tun gehabt haben. Die Landtagspräsidentin Ilse Aigner, ebenfalls erste Reihe, kam nämlich als Suffragette, also als Kämpferin für die Gleichberechtigung der Frauen. Unter diesem Banner wird nun gefordert, dass der nächste Bundespräsident eine Frau sein müsse. Aigners Chancen steigen, seit Merkel dankend abgelehnt hat, sicher zur Erleichterung Merzens.
Merz mit Mette-Marit?
Müsste der CSU-Vorsitzende Söder nicht froh sein, wenn seine Partei erstmals das deutsche Staatsoberhaupt stellte? Obacht: Dann könnte der Kanzler nicht auch noch von der CSU kommen, wenn Deutschland plötzlich einen neuen Regierungschef brauchte, etwa weil Aufnahmen auftauchten, die Merz und Mette-Marit in Epsteins Pool in der Karibik zeigten.
Da wüsste man aber natürlich sofort, dass das Fälschungen wären, im Kreml oder sonst wo mit KI-Hilfe fabriziert, was heutzutage ja im Handumdrehen geht. Söder muss also weiter davon ausgehen, dass es mit Berlin wirklich nichts mehr wird.
Aber dafür darf er jedes Jahr nach Veitshöchheim fahren und dort zeigen, wer er gerne (gewesen) wäre. So frustriert, wie er dieses Mal dasaß, und so vernarrt, wie er in die Anspielung durch Kostümierung ist, erwarten wir ihn dort auch noch als Götz von Berlichingen.
