Formel 1: Kimi Antonelli gewinnt in China beim Doppelerfolg von Mercedes – Sport

Kimi Antonelli hat in Shanghai seinen Premierensieg in der Formel 1 gefeiert. Der jüngste Pole-Mann in der Geschichte der Motorsport-Königsklasse konterte beim Grand Prix von China sogar eine Start-Attacke von Rekordchampion Lewis Hamilton im Ferrari. Mit erst 19 Jahren und 202 Tagen bescherte der Italiener vor seinem Teamkollegen George Russell Mercedes den zweiten Doppelerfolg in dieser noch jungen Saison. Auf das Podest raste am Sonntag noch China-Rekordgewinner Hamilton als Dritter, der sich mit seinem Teamkollegen Charles Leclerc ein aufregendes und schonungsloses Duell lieferte. Es war das erste Podium für ihn mit der Scuderia.

Am Tag zuvor hatte Antonelli mit seiner Premieren-Pole Sebastian Vettel (21 Jahre und 72 Tage) in der Bestenliste abgelöst. Der jüngste Rennsieger ist der Youngster aus Bologna aber nicht: Max Verstappen war bei seinem ersten Karriereerfolg in Barcelona 2016 mit 18 Jahren und 228 Tagen jünger. Die WM-Führung verteidigte Russell vor Antonelli.

Nico Hülkenberg konnte eine Woche nach seinem Technik-Aus in Melbourne den Großen Preis von China zwar zu Ende fahren, verpasste im Audi als Elfter aber knapp einen Zähler. Der viermalige Weltmeister Max Verstappen erlebte mit Red Bull das nächste Frust-Wochenende. Er lag auf Position sechs in den Punkten, als ihn in der Schlussphase ein Defekt zum Parken zwang.

McLaren erlebte ein Desaster schon vor dem Start: Die dritte Startreihe blieb frei, da die Ingenieure sowohl am Auto von Weltmeister Lando Norris als auch am Wagen von Vorjahressieger Oscar Piastri einen Schaden feststellten. In der Garage wurde noch fieberhaft gearbeitet, beim MCL40 von Norris wegen Problemen im Elektronikbereich der Unterboden entfernt – doch es half nichts. Doppel-Aus für McLaren und für Piastri schon der zweite vorzeitige K.o. in diesem Jahr.

Eine Kollision verleiht dem Start schon früh weitere Brisanz

Einen spektakulären Auftakt erwischte Hamilton. Der Sprint-Sieger des vergangenen Jahres – einer der wenigen Lichtblicke für ihn bei Ferrari in seinem Premierenjahr – schob sich an den Mercedes vorbei an die Spitze. In Runde zwei verlor der Rekordweltmeister die Topposition zwar wieder an Antonelli, er konnte aber immerhin zeigen, dass mit der Scuderia wieder zu rechnen ist.

Eine Kollision zwischen Verstappens Teamkollege Isack Hadjar und Oliver Bearman im Haas verlieh dem Start schon früh weitere Brisanz. Es dauerte aber bis zur elften Runde, als nach einem Aus von Aston Martins Lance Stroll das Safety Car auf den Shanghai International Circuit fuhr. Die Topteams nutzten das, um ihren Autos frische harte Reifen zu verpassen. Nachdem das Rennen wieder freigegeben wurde, behauptete Antonelli Rang eins vor dem drängenden Hamilton. Russell, der tags zuvor den Sprint über 100 Kilometer für sich entschieden hatte, kam dagegen erstmal nur schleppend voran. „Ich habe keinen Grip“, klagte der Engländer.

Die Fans, die wegen der militärischen Eskalation im Nahen Osten die Absage der Grand Prix von Bahrain am 12. April und eine Woche später in Saudi-Arabien verkraften müssen, kamen in Shanghai weiter auf ihre Kosten. Vor allem Hamilton und sein Ferrari-Stallrivale Charles Leclerc schenkten sich bei der Verfolgung des enteilten Antonelli nichts. Russell nutzte diesen übermotivierten Abreibungszweikampf und nahm nun selbst die Jagd nach Antonelli auf. Doch selbst im Verkehr behielt der junge Italiener den Durchblick und raste zu seinem ersten Formel-1-Sieg im erst 26. Grand Prix.