„Ich bin sehr glücklich“, sagte Wirtz beim Sender TNT: „Ich liebe es, Tore zu schießen und aufzulegen. Ich möchte so weitermachen. Es macht mich glücklich, gibt mir noch mehr Selbstvertrauen. Wenn du dem Team zum Sieg verhelfen kannst, ist es immer gut.“ Seit seinem ersten Scorerpunkt in der Premier League am 3. Dezember scheint der Knoten geplatzt, auch Bundestrainer Julian Nagelsmann kann sich mit Blick auf die WM über den Aufschwung seines großen Hoffnungsträgers freuen.
In den vergangenen 15 Pflichtspielen war der 22-Jährige an zehn Treffern beteiligt, all seine sechs Saisontore gelangen ihm in den vergangenen zehn Partien. „Alle wussten, irgendwann wird er aufblühen. Auch als es noch nicht so lief, hatte er schon brillante Momente“, schwärmte Liverpool-Legende Steven Gerrard: „Es sieht so aus, als ob er viel im Gym war. Er ist körperlich viel stärker, ist stabiler in den Zweikämpfen. Machen wir uns nichts vor: Er ist ein unfassbares Talent.“
Selbst die lange Zeit schallende Kritik der nicht gerade zimperlichen Insel-Presse ist momentan verstummt. „Fabulous Florian“, titelte der „Mirror“: „Seine exquisite Fußarbeit war dem Primetime-Sendeplatz am Samstagabend würdig“. Es bestehe „kein Zweifel, dass Wirtz nun wirklich angekommen ist“. Der „Guardian“ sah Wirtz’ Treffer als „Krönung seiner starken Leistung“. Besonders hervorgehoben wurde das Zusammenspiel mit Hugo Ekitiké.
„Diese Partnerschaft wird immer spannender“, schrieb der „Independent“. „Der wachsende Einfluss“ dieses Duos verschaffe dem in die Kritik geratenen Teammanager Arne Slot „Zeit“, so die „Daily Mail“. Ekitiké traf nach der Traumvorlage von Wirtz (41.) noch ein zweites Mal (43.), ehe der deutsche Offensivspieler (67.) und Ibrahima Konaté (90.+3) das Spiel entschieden. Das Zusammenspiel mit Ekitiké sei „unglaublich“, so Wirtz: „Es macht einfach Spaß, mit ihm auf dem Platz zu sein.“
Wenig Spaß hatte dagegen wieder Woltemade bei Newcastle. Der saß nach seinem starken Saisonstart zum sechsten Mal in den vergangenen zehn Pflichtspielen auf der Bank und kam erst in der 73. Minute ins Spiel. Seit anderthalb Monaten und insgesamt elf Partien wartet der Stürmer der deutschen Nationalmannschaft auf einen Treffer. Vielleicht fehlt ihm im Verein aber auch einfach nur ein Vorlagengeber wie Wirtz.
