Die Allgäuer Supermarktkette Feneberg hat beim Amtsgericht Kempten einen Insolvenzantrag gestellt. Feneberg ist ein Partner des Supermarktkonzerns Edeka und einer der wenigen Lebensmittelhändler, der seit Monaten in finanziellen Schwierigkeiten ist. Das Familienunternehmen hat nun entschieden, einen besonderen Weg des Insolvenzverfahrens einzuschlagen und ein sogenanntes Schutzschirmverfahren zu beantragen.
Ziel ist es, die Supermarktkette zu sanieren. Da dies aus eigener Kraft nicht möglich war, entschied die Familie, für Investoren offen zu sein. Dem Vernehmen nach gibt es bereits erste Interessenten, die namentlich aber nicht genannt werden. Der Markt für Lebensmittel in Deutschland wird dem Kartellamt zufolge zu mehr als 85 Prozent von den vier Konzernen Aldi, Schwarz-Gruppe (Lidl und Kaufland), Rewe mit Penny und Edeka mit Netto Markendiscount dominiert. Partner Edeka hatte Feneberg zwischenzeitlich mit einem Nachrangdarlehen in zweistelliger Millionenhöhe unterstützt. Die Sanierung gelang Feneberg dennoch nicht.
Die etwa 3000 Beschäftigten von Feneberg wurden am Freitag von dem Insolvenzantrag informiert. Die Supermarktkette betreibt etwa 75 Filialen vorwiegend im Allgäu. Der Jahresumsatz lag zuletzt bei gut 500 Millionen Euro. Der Einkauf in den Filialen ist weiterhin möglich, solange das Verfahren läuft. Auch am Sortiment soll sich nichts ändern. Die Mitarbeiter werden ebenfalls weiter bezahlt. Während der Sanierung soll allerdings überprüft werden, welche Filialen sich zu halten lohnt. Standorte, die keinen Gewinn machen, sollen nach Unternehmensangaben „kritisch bewertet“ werden. Das könnte bedeuten, dass sie geschlossen oder verkauft werden. Einige Filialen wurden bereits in den vergangenen Jahren aufgegeben. Bis Ende dieses Jahres soll die Sanierung weitestgehend abgeschlossen sein. Die Familie unterstützt das Verfahren.
