FDP-Führung: Strack-Zimmermann wirft Christian Dürr „Realitätsverweigerung“ vor

Nach dem angekündigten Rücktritt des FDP-Bundesvorstands hat die FDP-Europapolitikerin Marie-Agnes Strack-Zimmermann den bisherigen Parteivorsitzenden Christian Dürr für sein Vorhaben kritisiert, erneut zu kandidieren. In einem Interview mit dem Spiegel sagte sie: „Christian Dürr verkennt die Stimmung und Ungeduld in der Partei. Das nenne ich Realitätsverweigerung.“ Unruhe und Unzufriedenheit seien unter seiner Führung gewachsen. Doch er sehe das offenbar nicht ein – das zeige seine Ankündigung, erneut zu kandidieren. Nach der Ankündigung zum Rücktritt des gesamten FDP-Vorstands hatte Dürr bekannt gegeben, sich auf dem Parteitag im Mai erneut zur Wahl zu stellen.

Strack-Zimmermann sagte, auch deshalb habe sie ihre Kandidatur für den FDP-Vorsitz als Teil einer Doppelspitze angekündigt. Das hieße zwar nicht, dass sie gewählt werde. „Aber es öffnet jetzt den
Raum auch für andere, ihre Kandidatur zu erklären“, sagte sie. Ein Antrag für eine Doppelspitze, wie sie bei der FDP bisher für den Vorsitz der Partei nicht üblich ist, ist für den Parteitag bereits eingereicht worden.

Eine Doppelspitze kann sich Strack-Zimmermann auch zusammen mit Wolfgang Kubicki vorstellen. „Diese Teamarbeit wäre ein gutes Zeichen, über das wir uns nach der Wahl in Baden-Württemberg kurz telefonisch ausgetauscht haben“, sagte sie dem Spiegel. Kubicki sei wie sie erfahren, „jemand, der sehr geradeaus ist, ebenfalls ein erfahrener Politiker ist, und kennen tut man uns beide“, sagte sie. Kubicki hatte den Vorschlag demnach jedoch abgelehnt.

Auch ein Tandem mit FDP-Vize Henning Höne kann sich Strack-Zimmermann demnach vorstellen. Höne sei „relativ jung, aber bereits politisch sehr erfahren“, sagte sie. „Und es ist seine Generation, die langfristig für die Zukunft der FDP steht.“ Strack-Zimmermann ist 68 alt, Höne 39 Jahre alt und seit 2022 Vorsitzender der FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen.