FC Bayern München bei Real Madrid: Spielt Harry Kane am Dienstag?

In dem Stadion, in dem am Dienstagabend (21.00 Uhr im F.A.Z.-Liveticker zur Champions League und bei Prime Video) mehr als 80.000 Menschen eines dieser Real-Madrid-Spiele erleben wollen, spricht Montagabend einer der elf Männer, die das verhindern können.

Er sei immer wieder in einer „good mood“ in dieses Stadion gekommen, sagt Joshua Kimmich, 31 Jahre alt, Mittelfeldspieler des FC Bayern München, aber immer wieder sei es dann so gewesen, dass seine Mitspieler und er am Ende „the losers“ gewesen seien.

Doch an diesem Abend spricht dort einer, dem man anmerkt, dass er fest daran glaubt, dass seine Mitspieler und er dieses Mal nicht die Loser sein werden. Der fest daran glaubt, dass er dieses Mal eines dieser FC-Bayern-Spiele erleben wird.

Wer am Montag am Bernabéu ankommt, der sieht noch nicht, dass dort das Spiel zwischen den Fußballklubs stattfinden wird, die Kimmich gleich „die größten der Welt“ nennen wird. Vor dem Stadion schießt ein Junge im weißen Real-Trikot einen Ball gegen die Wand.

Und vor dem Presseeingang will ein Reporter aus Madrid von einem Reporter aus München wissen, ob die Außenverteidiger Konrad Laimer und Josip Stanišić nicht zu langsam seien, um die Außenstürmer Kylian Mbappé und Vinicius Júnior aufzuhalten. Gute Frage.

Das Rätsel um Bayern-Stürmerstar Harry Kane

In dem Pressesaal erzählt Joshua Kimmich, dass er schon als Junge im Bernabéu gewesen sei und sich gedacht habe: ganz schön groß hier. Und als er dann kein Junge, sondern auf einmal ein Spieler des größten deutschen Fußballklubs war, hat er in der Champions League immer wieder erlebt, wie groß dieses Stadion wirklich werden kann.

2017 im Viertelfinale. 2018 im Halbfinale. 2024 im Halbfinale. Dreimal angetreten, dreimal ausgeschieden. Vor dem vierten Mal wird im Stadion die Frage des Abends gestellt. Sie lautet nicht, ob Laimer und Stanišić zu langsam seien, um Mbappé und Vinicius Júnior aufzuhalten. Sie lautet: Kann Harry Kane spielen?

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„Wir warten ab bis morgen“, sagt Vincent Kompany, der Trainer der Bayern, der nun dort sitzt, wo Kimmich saß. Am Montag hat Kane, dem sein Sprunggelenk Probleme macht, trainiert, aber das heißt noch nicht, dass er am Dienstag in der Startelf stehen wird. Die Bayern machten und machen aus seiner Verletzung ein Geheimnis, das schon damit anfängt, um welches Sprunggelenk es sich eigentlich handelt, das des linken oder das des rechten Fußes.

So oder so sagt Kompany danach, dass bis auf den dritten Torhüter Sven Ulreich alle Spieler im Kader sein können. Das deutet darauf hin, dass er  „das schwierigste Spiel, das man in Europa haben kann“ mit den Spielern angehen wird, mit denen er die wichtigsten Spiele in dieser Saison angegangen ist. Mit Jonathan Tah und Dayot Upamecano in der Abwehr – und mit Kimmich und Aleksandar Pavlović in der Mittelfeldmitte. Mit Luis Díaz, Serge Gnabry und Michael Olise davor. Und mit Kane im Sturm?

Später soll Kompany über den Sturm des Gegners sprechen. Auf die Frage eines spanischen Reporters, ob Real mit Mbappé und Vinicius Júnior oder mit einem von beiden besser sei, sagt er, dass sowohl der eine als auch der andere „amazing“ seien. Gute Antwort.

Als Vincent Kompany kurz danach das Stadion verlässt, hat er keinen Satz gesagt, der den Gegner anstacheln könnte. Und damit gezeigt, dass er verstanden hat, dass man schon am Montagabend anfangen muss, wenn man am Dienstagabend eines dieser Real-Madrid-Spiele verhindern will.