
Nach 25 Jahren wird Thomas Müller im Sommer als Spieler des FC Bayern aufhören. Dabei hätte er gern noch weiter für seinen Herzensklub gespielt. In seinem emotionalen Post sendet der Weltmeister jetzt zwei giftige Botschaften – in Richtung Vereinsführung.
Es ist das Ende einer Ära. Thomas Müller verlässt den deutschen Fußball-Rekordmeister FC Bayern im kommenden Sommer nach insgesamt 25 Jahren als Spieler. Das hat er in einem emotionalen Post an seine Fans in den sozialen Medien verkündet.
Das Müller-Statement hat insgesamt einen versöhnlichen Sound, aber zwei giftige Botschaften mussten offenbar trotzdem raus.
Gift-Botschaft Nummer eins
„Auch wenn dies nicht meinen persönlichen Wünschen entsprach, ist es wichtig, dass der Verein seinen Überzeugungen folgt.“
Fakt ist: Müllers Wunsch war, noch ein weiteres Jahr für die Bayern zu spielen. Dass ihm keine Offerte vorlag, soll ihn wohl selbst etwas verblüfft haben. Denn er hätte schon erwartet, dass ihm der Klub etwas anbietet. Aber stattdessen gab es weder Zahlen noch ein Vertragsangebot.
Gift-Botschaft Nummer zwei
„Das Hin und Her in der Öffentlichkeit während der vergangenen Wochen und Monate hat mir verständlicherweise nicht gefallen.“
In den vergangenen Wochen und Monaten gab es immer wieder widersprüchliche Aussagen der Bayern-Bosse zur Causa Müller. Denn Sportvorstand Max Eberl bekräftigte im vergangenen Januar, wenn Müller noch ein Jahr spielen möchte, wäre eine mögliche Verlängerung seines endenden Vertrags eine Sache von Sekunden.
Eberl damals: „Wenn Thomas sagt, er hat Lust weiterzumachen, dann werden wir uns tief in die Augen schauen, schauen uns den Kader an, und dann wird’s weitergehen.“
Im Interview mit „Sport Bild“ konkretisierte Eberl zuletzt: „Ich hatte bereits gesagt, dass das Gespräch mit Thomas das kürzeste von allen wird: Mit ihm braucht man keine großen Diskussionen über Perspektiven oder Ähnliches führen. Das Wichtige ist, dass wir zusammen eine Entscheidung treffen, die für alle das Beste ist. Thomas Müller ist eine Ikone des FC Bayern. Es geht um seine Gedanken, wie er sich seine Rolle vorstellt, genauso wie um unsere Gedanken. Und natürlich muss man in so einer Thematik auch immer das Finanzielle berücksichtigen. Es gab Ende letzten Jahres ein Gespräch, das werden wir fortsetzen. Bei Thomas nehmen wir die Gespräche aus der ‚Crunch Time‘ raus.“
Doch Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß hatte bei der Filmpremiere von Thomas Müllers Dokumentation „Einer wie keiner“ (AmazonPrime) Ende Februar den Gedanken geäußert, dass es für ihn als Ersatzspieler womöglich keinen Sinn mache, seinen Vertrag zu verlängern.
Max Eberl war vom Thema Thomas Müller genervt
Auf der Pressekonferenz vor dem Bayern-Spiel beim FC Augsburg am Freitagabend (3:1) zeigte sich Eberl dann genervt vom Müller-Thema, sagte unter anderem: „Wie viele Fragen muss ich noch beantworten?“ Und: „Wenn wir dann die Entscheidung verkünden, verkünden wir es.“
Erst 41 Minuten, nachdem Müller sein Bayern-Aus bei YouTube offiziell gemacht hatte, haben die Bayern auf ihren Klub-Kanälen eine Pressemitteilung veröffentlicht. Nach Informationen von „Bild“ soll es eine grundsätzliche Abstimmung zwischen Müller und den Bayern bezüglich der Kommunikation gegeben haben.
jwo/Nico Linner/David Verhoff/Henrik Hoelzmann