FC Bayern: Absicht? Die auffälligen Gelben Karten gegen Kimmich und Olise

Der FC Bayern überrollt Bergamo. Kimmich und Olise kassieren Gelb und sind im bedeutungslosen Rückspiel gesperrt. Absichtlich? In einem ähnlichen Fall gab es mal Konsequenzen. Dafür scheinen die Bayern aber zu clever.

Der FC Bayern spielte mit Atalanta Bergamo Katz und Maus. 6:1 im Achtelfinal-Hinspiel, die italienische Sportgazette „Corriere della Serra“ sprach von „Fußballunterricht durch die Gäste aus Deutschland“, die „Gazzetta dello Sport“ befand: „Es war ein Gemetzel. Atalanta, so geht das nicht. Sechs Gegentore, und es hätte noch schlimmer kommen können. Die Highlander des italienischen Fußballs in der Champions League brechen unter der Technik, der Organisation und den Einnahmen des FC Bayern zusammen.“

Doch in das Staunen über die Bayern-Dominanz mischt sich auch ein Verdacht: Haben sich die Münchener Leistungsträger Joshua Kimmich und Michael Olise die Gelben Karten absichtlich eingehandelt? Beide sind damit für das Rückspiel am 18. März gesperrt.

Weil das Ergebnis aber kaum noch durch die Italiener beim Auftritt in München zu korrigieren sein dürfte, können die Bayern fest mit einem Einsatz der beiden Stars im Viertelfinale planen. Gegner wird der Sieger des Duells Real Madrid gegen Manchester City sein, beide Teams bestreiten an diesem Mittwochabend das Hinspiel (21.00 Uhr im WELT-Ticker).

Der Fall Sergio Ramos bei Real Madrid – ein warnendes Beispiel

Olise hatte sich in der 77. Minute für eine Ecke viel Zeit gelassen und sah seine dritte Gelbe Karte in diesem Wettbewerb. Bei Kimmich war es ebenfalls Zeitspiel bei einem Freistoß in der 83. Minute beim Stand von 6:0. Der Verdacht, dass dies mit Kalkül geschah, liegt sehr nah. Zugeben wollte es aber besser niemand.

„An sich war es unnötig. Generell bin ich schon einer, der jedes Spiel machen möchte“, sagte Bayern-Kapitän Kimmich und wies auf den Gegenspieler hin: „Ich glaube, wenn der nicht durchdreht, dann gibt es auch keine Gelbe Karte.“ Absichtlich habe er sich die Verwarnung nicht abgeholt, beteuerte Kimmich: „Unnötiges Zeitspiel auf jeden Fall. Am Ende haben wir jetzt die Quittung, dürfen nicht mitspielen, fertig.“

Amazon-Prime-Experte Mats Hummels hört bei diesem Interview live mit und hatte da so eine Vermutung. „Ich glaube, wir wissen alle, was passiert ist“, sagte Hummels: „Ich finde es wunderbar, wie er es erklärt hat. Er hat die Situation noch sehr genau im Kopf, muss man ihm auch lassen, was er da vorhatte. Aber es war uns schon allen klar, dass er sich noch eine Gelbe holt. Ich verstehe auch, dass er jetzt dieses Statement bringt, damit es eben nicht eine Bestrafung wie vielleicht damals bei Real Madrid gibt. Deswegen alles richtig gemacht, Josh.“

Die Uefa hatte 2019 Reals Kapitän Sergio Ramos für zwei Partien gesperrt, weil er im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Ajax Amsterdam eine Gelbe Karte provoziert hatte. Im Gegensatz zu Kimmich oder Olise hatte Ramos nach dem Spiel aber sinngemäß gesagt, er würde lügen, wenn er behaupte, die Gelbe Karte nicht erzwungen zu haben – diese Ehrlichkeit wertete die Uefa als Eingeständnis bewusster Provokation. Die Regeln verbieten es ausdrücklich, sich vorsätzlich eine Gelbe oder Rote Karte zu holen. Bei nachgewiesener Absicht droht eine zusätzliche Sperre von mindestens einem Spiel.

„Wir haben geführt, wir haben auf Zeit gespielt, dann bekommst du Gelbe Karten“, sagte Sportvorstand Max Eberl. Sorge vor einer längeren Sperre war beim deutschen Rekordmeister nicht zu vernehmen. Randnotiz: Auch Bayerns Abwehrchef Dayot Upamecano wäre bei einer Gelben Karte fürs Rückspiel gesperrt gewesen. Er handelte sich aber keine ein.

pk