Fahri Yardım äußert sich zu Vorwürfen gegen Ulmen – Medien

Drei Tage ist es her, dass Collien Fernandes ungeheuerliche Vorwürfe gegen ihren Ex-Mann Christian Ulmen erhoben hat. Ulmen habe über Jahre hinweg unter ihrem Namen und ohne ihr Wissen Fake-Accounts bei sozialen Medien wie Linkedin erstellt und über diese Kanäle Männern gefälschte Videos und Bilder von ihr geschickt, viele davon explizit pornografisch. Außerdem soll sich der Schauspieler mit Männern zum Telefonsex verabredet und sich dabei als seine damalige Frau Fernandes ausgegeben haben. Es gilt die Unschuldsvermutung.

Fernandes erhielt viel Zuspruch danach, digital, in den sozialen Medien, aber auch bei einer Demo am Sonntagabend in Berlin, zu der sie aufgerufen hatte. Tausende Menschen folgten ihrem Aufruf und protestierten für einen besseren Schutz für Frauen vor Gewalt.

In der Vielzahl der Stimmen, die ihren Zuspruch und Unterstützung für Fernandes aussprachen, fehlte eine bisher – die von Ulmen-Freund und -Kollege Fahri Yardım. Der Schauspieler, der seit Jahren mit Ulmen zusammenarbeitet, brach nun am Sonntagabend sein Schweigen. In einem Instagram-Post äußerte er sich zu den Vorwürfen.

Er sei „so geschockt wie viele andere“, schrieb Yardım. Er bewundere Fernandes‘ Mut und sei dankbar für den Zuspruch, den sie erfahre. Ihre Vorwürfe verdienten „Schutz, ernsthafte Aufmerksamkeit und eine klare Priorisierung der Perspektive der Betroffenen“. Yardım entschuldigte sich auch dafür, dass er sich erst jetzt äußere. Seine Antwort käme „verspätet“. „Mir ist bewusst, dass mein Zögern nicht neutral ist. Es hat Wirkung. Es beeinflusst, welche Deutungen Gewicht bekommen, welche Perspektiven sich verfestigen, welche Schutzräume gestärkt oder geschwächt werden.“

Er habe Zeit gebraucht, bevor er sich äußern könne, so Yardım weiter. Er habe die öffentliche und die persönliche Ebene der Vorwürfe in Einklang bringen müssen. Es sei ein Abgrund, der sich da im engen Freundeskreis aufgetan habe. Yardım gibt sich selbstkritisch, schreibt, die Vorwürfe verlangten, „die eigene Perspektive nicht als abgeschlossen zu begreifen, sondern ihre blinden Flecken mitzudenken“. Sein Post sei keine abschließende Antwort. „Aber ich sehe klarer, dass mein Zögern – und das Ausbleiben einer rechtzeitigen Position – selbst bereits eine Position ist. Mit realen Folgen. Und ich versuche, mich diesen Folgen nicht nur gedanklich, sondern auch praktisch zu stellen.“