
Außenminister Johann Wadephul (CDU) glaubt nach eigener Aussage nicht an ein Ende des Irankriegs mit militärischen Mitteln und fordert stattdessen Diplomatie. „Ich gehe nicht davon aus, dass es eine militärische Lösung in diesem Konflikt geben wird“, sagte Wadephul auf der Konferenz Europe 2026, die die ZEIT mitorganisiert. Eine solche Lösung sei „nicht realistisch“. Auch einen Regimewechsel im Iran sieht Wadephul nicht kommen. „Ich glaube nicht, dass das passiert“, sagte Wadephul.
Der deutsche Außenminister plädierte für Verhandlungen, an denen auch die Golfstaaten beteiligt sind. An einem bestimmten Punkt müsse man beginnen, „konkrete Gespräche mit dem Iran zu führen“, sagte er.
Die Erwartung an die USA und Israel sei, Europa umgehend mitzuteilen, sobald sie ihre militärischen Ziele erreicht hätten, sagte Wadephul. „Wir müssen das wissen.“ Vom US-Außenminister Marco Rubio habe er erfahren, dass die USA und Israel klare militärische Ziele mit Blick auf das iranische Nuklearprogramm hätten.
Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot warnte auf der Konferenz vor neuen Migrationswellen infolge des Irankriegs. „Wir brauchen einen Plan, der sicherstellt, dass es Sicherheit, Stabilität und noch mehr gibt“, sagte Barrot. Er ist seit 2024 Außenminister Frankreichs.
„Wir lassen uns nicht in Kriege hineinziehen“
Beide Politiker betonten die Wichtigkeit der europäischen Stabilität. Zum ersten Mal sei Europa mit zwei Kriegen konfrontiert, „und das gleich an der Grenze“, sagte Wadephul. „Nur ein vereintes Europa kann andere Mächte davon abhalten, diesen Moment auszunutzen.“ Europa könne nur vereint sein, wenn Frankreich und Deutschland zusammenstünden.
„Wir lassen uns nicht in Kriege hineinziehen, die wir uns nicht ausgesucht haben“, sagte Barrot. Europa habe sich positioniert und einen Weg aufgezeigt, dem auch andere Länder folgten.
Die Konferenz Europe 2026 wird von der ZEIT gemeinsam mit dem Tagesspiegel, dem Handelsblatt und der Wirtschaftswoche organisiert.
