Europa-League-Achtelfinale: VfB unterliegt Porto, Freiburg verliert in Genk – Sport

Deniz Undav und Kollegen trotteten mit hängenden Köpfen vom Platz: Nach wilden sieben Minuten ist der erste Einzug des VfB Stuttgart in ein Europacup-Viertelfinale seit 28 Jahren in weite Ferne gerückt. Der DFB-Pokalsieger verlor im Achtelfinalhinspiel der Europa League zu Hause 1:2 (1:2) gegen den 30-maligen portugiesischen Meister FC Porto.

Terem Moffi (21.) und Rodrigo Mora (27.) trafen für den Spitzenreiter aus Portugal. Das Tor von Nationalstürmer Undav (40.) war zu wenig für den Tabellenvierten der FußballBundesliga. „Wir haben individuelle Fehler gemacht, die werden auf dem Niveau bestraft“, sagte Undav bei RTL: „Dann ist es gegen so eine Mannschaft schwer, zwei Dinger zu machen.“ Das Rückspiel in Porto steht schon in der kommenden Woche auf dem Programm.

Die Schwaben kamen vor 60 000 Zuschauern mit Elan aus der Kabine und gaben in den ersten Minuten mächtig Gas. Echte Torchancen konnten sich die Stuttgarter, die erstmals in einem Pflichtspiel auf Porto trafen, trotz guter Ansätze aber nicht erarbeiten. Nach rund einer Viertelstunde ließ der VfB nach. Das nutzten die Portugiesen sofort aus. Zunächst traf William Gomes aus der Distanz die Latte (20.), wenige Sekunden später machte es der Nigerianer Moffi besser. Die Defensive der Gastgeber sah bei dem Gegentreffer kollektiv schlecht aus. Kurz darauf hätte Moffi fast erhöht (24.).

Die Stuttgarter waren in dieser Phase völlig von der Rolle. Auf Fehler im Spielaufbau folgte Chaos in der Abwehr. Mora nutzte die Unzulänglichkeiten zum 0:2. Die Stuttgarter waren minutenlang geschockt, erst Undav befreite sein Team mit einem starken Treffer aus der Lethargie.

Zu Beginn der zweiten Hälfte versuchte es der VfB mit Wucht, Porto ließ sich aber nicht beeindrucken. Nach einer Stunde blieb es beim knappen Vorsprung der Gäste, die bei Kontern stets gefährlich waren. Ein vermeintlicher VfB-Treffer von Angelo Stiller (70.) wurde aufgrund einer vorherigen Abseitsposition nicht anerkannt.

Freiburg schwächelt in Genk

Pechvogel des Abends: Zunächst wurde ein Treffer von Freiburgs Johan Manzambi aberkannt, kurz vor Schluss traf ihn Genks Torschütze El Ouahdi mit gestrecktem Bein.
Pechvogel des Abends: Zunächst wurde ein Treffer von Freiburgs Johan Manzambi aberkannt, kurz vor Schluss traf ihn Genks Torschütze El Ouahdi mit gestrecktem Bein. Omar Havana/REUTERS

Der SC Freiburg muss für den Traum vom ersten Viertelfinal-Einzug seiner Europacup-Geschichte eine gewaltige Schippe drauflegen und seinen Heim-Nimbus wahren. Der schwache Fußball-Bundesligist verlor nach einem müden Kick 0:1 (0:1) im Achtelfinal-Hinspiel der Europa League beim viermaligen belgischen Meister KRC Genk. Zakaria El Ouahdi (24.) traf für den fünfmaligen belgischen Pokalsieger. Der Sport-Club braucht im Rückspiel in der kommenden Woche eine deutliche Leistungssteigerung. In der laufenden Europacup-Saison haben die Freiburger alle Heimspiele gewonnen.

Die Freiburger wurden in der Anfangsphase in die Defensive gedrängt, zweimal wurde es gefährlich vor Torwart Noah Atubolu. Kurz darauf freuten sich die Breisgauer zu früh. Ein Treffer von Johan Manzambi wurde wegen einer Abseitsstellung nicht anerkannt (8.). Im Anschluss entwickelte sich eine weitgehend ausgeglichene Begegnung. In der 17. Minute war es erneut Manzambi, der die SC-Führung auf dem Fuß hatte.

Die Gäste, die ohne den gesperrten Maximilian Eggestein auskommen mussten, leisteten sich in der Folge ungewohnt viele Fehler. Die fahrlässige Abwehrarbeit von Außenverteidiger Günter führte zum Rückstand. Kurz darauf vergab Konstantinos Karetsas sogar die Chance auf das zweite Tor der Belgier (27.). Der SC präsentierte sich ganz schwach in dieser Phase, mit dem knappen Rückstand zur Pause waren die Freiburger gut bedient.

Zu Beginn des zweiten Durchgangs kamen die Freiburger mit mehr Elan auf den Platz, vor allem die Zweikämpfe wurden bissiger geführt. Auch beim Tempo erhöhte die Mannschaft von Trainer Julian Schuster die Schlagzahl – dennoch fehlte weiterhin die Durchschlagkraft in der Offensive. Der Freiburger Auftritt blieb weiter hinter den Erwartungen zurück.

Mainzer Remis von Verletzung überschattet

In der Conference League hat der FSV Mainz 05 die Chance auf das erste Europapokal-Viertelfinale in der Vereinsgeschichte gewahrt. Der Fußball-Bundesligist trennte sich im Achtelfinal-Hinspiel auswärts vom tschechischen Pokalsieger Sigma Olmütz mit einem 0:0. Im Rückspiel am kommenden Donnerstag (18.45 Uhr) können die Mainzer mit einem Heimsieg den Einzug in die nächste Runde perfekt machen. Allerdings musste der FSV eine womöglich schwere Schienbeinverletzung von Winter-Zugang Silas hinnehmen, der Mitte der zweiten Hälfte mit einer Trage vom Platz gebracht wurde.