
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen freut sich nach eigenen Worten darauf, zur Unterzeichnung des Freihandelsabkommens mit den Mercosur-Staaten nach Paraguay zu reisen. Diese ist nach Angaben des argentinischen Außenministeriums für den 17. Januar geplant. „Dieses historische Handelsabkommen ist ein weiterer
Beweis dafür, dass Europa seinen eigenen Kurs verfolgt und ein
verlässlicher Partner ist“, fügte von der Leyen hinzu.
Zuvor hatten die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten mehrheitlich für das Freihandelsabkommen der EU mit den
südamerikanischen Mercosur-Staaten
gestimmt. Der Abstimmung waren mehr als 25 Jahre Verhandlungen vorangegangen. Damit ist der Weg frei für
die Entstehung einer der weltgrößten Freihandelszonen.
Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva bezeichnete die EU-Zustimmung zum Freihandelsabkommen als „historischen Tag für den Multilateralismus“. Vor dem Hintergrund eines zunehmenden Protektionismus sei das Abkommen „ein Bekenntnis zum internationalen Handel als Motor des Wirtschaftswachstums, von dem beide Blöcke profitieren“, teilte Lula auf X mit.
EU-Kommission geht von 39 Prozent mehr Exporten nach Südamerika aus
Im Kern sieht das Abkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Staaten Brasilien, Argentinien, Paraguay und Uruguay den Wegfall der meisten Zölle vor. Die Kommission verspricht sich davon eine Steigerung der EU-Exporte in die südamerikanischen Länder von bis zu 39 Prozent. Während die Europäer unter anderem Autos und chemische Produkte über den Atlantik exportieren, liefern die Mercosur-Länder hauptsächlich landwirtschaftliche Produkte und Rohstoffe nach Europa.
Nach Angaben der EU-Kommissionspräsidentin würden exportstarke Nationen
wie Deutschland besonders profitieren. Europas Ausfuhren in die
Mercosur-Region könnten bis 2040 um geschätzte 50 Milliarden Euro
ansteigen, sagte von der Leyen der Bild-Zeitung laut Vorabbericht. Die weltweit größte Freihandelszone mit mehr als
700 Millionen Konsumenten werde noch vor dem Herbst Realität.
