Die SV Elversberg beendet ihre Flaute in der 2. Fußball-Bundesliga mit einem Sieg im Topspiel beim 1. FC Kaiserslautern und klopft wieder oben an. Nach dem 3:1 (1:1) am Samstagabend auf dem Betzenberg rückt die SVE (38 Punkte) bis auf einen Zähler an Tabellenführer FC Schalke 04 heran.
Lukas Petkov (45.+6, Foulelfmeter), Winter-Neuzugang David Mokwa (55.) und Luca Schnellbacher (86.) schossen den ersten Sieg für die Saarländer im Jahr 2026 heraus. „Sehr, sehr erwachsen“ und „sehr, sehr reif„, nannte Elversbergs Trainer Vincent Wagner den Auftritt seiner Mannschaft am Sportschau-Mikrofon.
Ein Eigentor von Maximilian Rohr (45.+9) hatte den zwischenzeitlichen Ausgleich für die „Roten Teufel“ bedeutet, die kurz vor der Pause vor dem Elfmeter Leon Robinson (45.+5) mit einer Roten Karten verloren hatten. „Es ist schwer ertragbar heute diese Niederlage, weil sie massiv beeinflusst worden ist„, nahm FCK-Trainer Torsten Lieberknecht im Sportschau-Interview Bezug auf die Rote Karte: „Mit diesen Widerständen haben wir kämpfen müssen.„
Während Elversberg die Aufstiegsplätze wieder im Visier hat, verliert Kaiserslautern (31 Punkte) nach der zweiten Heim-Niederlage die Spitzenränge erst einmal aus den Augen.
Wunderkerzen auf den Rängen, Feuerwerk auf dem Rasen
Nach einer großen Wunderkerzen-Choreo der der FCK-Fans vor dem Anpfiff legten auch die Teams auf dem Rasen mit viel Feuer los. Kaiserslautern und Elversberg spielten in den ersten Minuten mit offenem Visier. Pressing, Gegen-Pressing, Pässe in die Tiefe – es ging ab auf dem Betzenberg.
Die FCK-Fans halten vor dem Spiel tausende Wunderkerzen hoch.
Elversberg hatte allein in den ersten fünf Minuten zwei dicke Möglichkeiten. Aber sowohl Bambasé Conté (3.), als auch Petkov (5.) bekamen von rechts keinen präzisen Abschluss hin und scheiterten an FCK-Schlussmann Julian Krahl.
Joly vergibt aus kurzer Distanz für den FCK
Der FCK hatte zunächst zwar keine guten Abschlüsse, machte aber mächtig Betrieb und jagte die Gäste Mann-gegen-Mann bis tief in deren Hälfte. Nach 20 Minuten sprang dann auch die erste gute Chance für die „Roten Teufel“ heraus. Mika Haas setzte sich auf dem linken Flügel durch, brachte den Ball schön an den zweiten Pfosten. Dort rutschte Paul Joly rein, aber irgendwie bekam Elversbergs Schlussmann Nicolas Kristof noch die Finger dran und klärte zur Ecke. „Da müssen wir 1:0 in Führung gehen und dann haben wir die Situation, dass es ein anderes Spiel wird„, haderte Lieberknecht.
Danach beruhigte sich die Partie etwas. Elversberg hatte durch Frederik Schmahl (36.) über die rechte Seite noch einen guten Ansatz. Bei Kaiserslautern musste Stürmer Ivan Pratjin verletzt vom Platz. Als es nach einer schwungvollen aber torlosen ersten Halbzeit aussah, nahm die Partie noch einmal richtig Fahrt auf.
Rote Karte und zwei Tore in der Nachspielzeit
Elversbergs Maximilian Rohr grätschte den Ball nach einem Standard aus kurzer Entfernung über das Tor (45.+1). Und als sich alle fragen, warum, wurde mit Hilfe des Video-Assistenten klar: Lauterns Julian Robinson hatte seinen Gegenspieler in der Szene energisch am Trikot gezogen. Nach Ansicht der Bilder entschied Schiedsrichter Deniz Aytekin auf Rot für Robinson und Elfmeter.
Deniz Aytekin überprüft Robinsons Foulspiel an Rohr.
Den verwandelte Petkov sicher zum 1:0 und Elversberg wähnte sich am Zwischenziel „Pausenführung“. Doch die „Roten Teufel“ kämpften sich noch einmal zurück. Nataan Skyttä sprang der Ball links am Fünfer vor die Füße und seine scharfe Hereingabe drückte Elversbergs Rohr zum 1:1 über die eigene Linie.
Mokwa mit Debüt-Tor für Elversberg
Nach der verrückten Schlussphase waren die Erwartungen für die zweite Halbzeit groß. Doch das Spiel veränderte sich. Kaiserslautern spielte in Unterzahl deutlich abwartender, überließ den Gästen Ball und lauerte auf Konter. Das ging nicht lange gut. Nach einer weiten langen Verlagerung auf links hatte Tom Zimmerschied zu viel Platz, ging in den Strafraum und legte klug zurück. Dort stand Winter-Neuzugang Mokwa und markierte mit einem präzisen Schuss ins linke Eck sein erste Tor für die SVE – 2:1.
Jetzt war Elversberg in Schwung. Die Gäste spielten sich in der FCK-Hälfte fest. Lautern wackelte bedenklich. Doch Stück für Stück kämpften sich die Pfälzer wieder frei und kamen auch zu Konteransätzen. Doch mehr als eine Freistoßmöglichkeit, die Luca Sirch (71.) über das Tor schoss, kam nicht mehr heraus.
Und bevor es in der Schlussphase hektisch werden konnte, machte Elversberg den Deckel drauf. Petkov eroberte kurz vor dem Strafraum von Kenny Redondo den Ball, zog bis zur Grundlinie und legte zurück. Der eingewechselte Schnellbacher stand goldrichtig und traf wie schon wie beim 2:1 im Hinspiel gegen Lautern. Dieses Mal hieß es am Ende 3:1.
Lukas Petkov (l.) macht mit seinem zweiten Tor den Deckel drauf.
Lautern in Darmstadt, Elversberg gegen Hertha
Lautern bestreitet auch am 21. Spieltag das „Topspiel“ und ist am Samstagabend (07.02.2026, 20.30 Uhr) beim SV Darmstadt 98 zu Gast. Elversberg empfängt bereits am Samstagmittag Hertha BSC (13 Uhr).
