Eklat in Hamburg: Nach seiner Alkohol-Fahrt muss HSV-Profi Jean-Luc Dompé eine Rekordstrafe zahlen

Wegen seiner Alkohol-Fahrt bekommt Jean-Luc Dompé vom HSV jetzt eine sehr hohe Strafe. Die Summe ist laut Klub sogar vereinsinterner Rekord. Am Training darf er wieder teilnehmen. Der Spieler äußert sich zu dem Fall. Und will sich sozial engagieren.

Nach seiner Alkohol-Fahrt mit anschließendem Führerschein-Entzug (1,4 Promille) war Jean-Luc Dompé vom Hamburger SV suspendiert worden. Kein Training, der 30-Jährige war im Topspiel der Fußball-Bundesliga gegen den FC Bayern am vergangenen Samstagabend (2:2) nur Zuschauer.

Inzwischen haben die Klubbosse eine Entscheidung über die Strafe gefällt. Nach Informationen von „Bild“ muss Dompé die HSV-Rekordstrafe von 100.000 Euro zahlen. Der Franzose hat das akzeptiert. Für das Bundesliga-Spiel am kommenden Samstag (15.30 Uhr, Sky) auswärts beim 1. FC Heidenheim bleibt er suspendiert.

Am Dienstag trainierte er individuell, fernab der Mannschaft. Perspektivisch kann er sich wieder heranarbeiten. Man werde „genau verfolgen und bewerten, wie sich der Spieler zukünftig verhält“, so der HSV. Zuvor hatte Dompé sich beim Klub und der Mannschaft entschuldigt.

Dompé hatte Dienstag ein weiteres Gespräch mit Sportdirektor Claus Costa. Costa sagte: „Er weiß, dass er verantwortungslos gehandelt und sich und dem HSV einen großen Schaden zugefügt hat. Er bleibt bis auf Weiteres vom Spielbetrieb suspendiert.“

Claus Costa: „Wichtig, dass wir Haltung zeigen“

Zur Rekord-Geldstrafe sagte Costa zudem: „Das war uns wichtig, dass wir da klar sind, dass wir da Haltung zeigen. Was ihm am meisten wehtut ist, dass man ihm das Fußballspielen wegnimmt. Er wird jetzt in der Woche ins Training teilintegriert und dann schauen wir, was die Zukunft bringt.“

In einer HSV-Mitteilung wird Dompé zitiert: „Mir ist bewusst, dass es mit einer einfachen Entschuldigung nicht getan ist. Meiner Vorbildfunktion bin ich absolut nicht gerecht geworden. Ich habe schwerwiegende Fehler begangen und trage selbstverständlich die vollen Konsequenzen dafür. Ich kann die Enttäuschung des Klubs, des Trainerteams und all der Fans, die mich bis hierhin immer unterstützt haben, verstehen. Es tut mir wahnsinnig leid. Auch, dass ich das Team in dieser Phase, den so wichtigen Wochen, im Stich gelassen habe.“

In der Erklärung des Bundesligaklubs heißt es weiter, der Stürmer wolle zusätzlich „soziales Engagement leisten“.

Dompé war zwei Tage nach dem 0:0 im Derby beim FC St. Pauli um sieben Uhr morgens mit seinem Audi von einem Streifenwagen in der Innenstadt von Hamburg in der Kaiser-Wilhelm-Straße gestoppt worden. Der Fußball-Profi musste pusten, der Alkoholtest ergab 1,4 Promille.

Dompé wurde von den Beamten in einem Streifenwagen zum Polizeikommissariat 14 gebracht. Dort wurde ihm von einem Arzt Blut entnommen, der Führerschein des Franzosen wurde nach Informationen von „Bild“ beschlagnahmt.

Unglaublich: Als Dompé das Polizeikommissariat verließ, nahm er sich einen E-Scooter, um damit nach Hause zu fahren. Dies wurde von den Beamten gesehen und die nächste Anzeige gegen Dompé verfasst.

Im Februar 2023 war der Stürmer bereits mit seinem HSV-Kollegen William Mikelbrencis in ein illegales Straßenrennen verwickelt. Der damalige 510-PS-BMW von Dompé donnerte in der Hafenstraße in eine Bushaltestelle, zerlegte diese. Verletzte gab es bei dem Crash nicht. Dompé flüchtete damals vom Unfallort, musste 45.000 Euro Strafe zahlen.

Der Text wurde für das Sport-Kompetenzcenter (WELT, „Bild“, „Sport Bild“) erstellt und zuerst in „Bild“ veröffentlicht.