Eisschnelllauf: DESG nach Hausverbot für ARD-Journalisten in der Kritik

Symbolbild: Die Füße einer Eisschnellläuferin auf einer spiegelglatten Eisfläche. Quelle: imago images/Karina Hessland

Stand: 26.02.2026 • 15:44 Uhr

Die ARD-Journalisten Hajo Seppelt und Jörg Mebus wurden wegen kritischer Berichte über die DESG von einer Pressekonferenz ausgeschlossen. Sender und Journalisten-Verbände protestieren.

  • ARD-Journalisten von DESG-Pressekonferenz ausgeschlossen
  • Grund sind Berichte über den Verband
  • Journalistenverband und Sender kritisieren Ausschluss
  • DESG-Präsident Große verteidigt Hausverbote

Nach einem Hausverbot für die ARD-Journalisten Hajo Seppelt aus Berlin und Jörg Mebus steht die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) heftig in der Kritik. Die beiden waren nicht für eine Pressekonferenz des Verbands am Donnerstag im Berliner Müggelturm zugelassen worden.

Ein „Sportschau“-Bericht (sportschau.de) hatte zu Beginn der Olympischen Winterspiele angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen einigen Athleten und der Verbandsspitze thematisiert. An diesem Bericht waren maßgeblich Seppelt und Mebus beteiligt.

VDS und DJV mit scharfer Kritik

Der Verband Deutscher Sportjournalisten (VDS) protestierte gegen den Umgang mit Seppelt und Mebus. „Die Nichtzulassung der Kollegen werten wir als klaren Eingriff in die Pressefreiheit“, schrieb der Verband in einer öffentlichen Mitteilung an die DESG. „Ihre Gemeinschaft wird mit öffentlichen Geldern gefördert, an die daraus erwachsende Verantwortung möchten wir hier eindringlich erinnern.“ Dem Versuch, kritischen Sportjournalismus zu reglementieren, trete man „vehement entgegen“, schrieb der VDS.

Auch der Deutsche Journalistenverband (DJV) verurteilte den Ausschluss scharf. „Das Hausverbot gegen die ARD-Kollegen ist ein unglaublicher Vorgang“, sagte der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster. „Es geht nicht an, eine Pressekonferenz wie einen closed shop zu organisieren.“

ARD-Sportkoordinator will rechtliche Schritte prüfen

Axel Balkausky, Sportkoordinator der ARD, kritisierte das Vorgehen der DESG scharf: „Die Nicht-Zulassung ausgewählter Berichterstatter zu einer offiziellen Pressekonferenz ist aus unserer Sicht grundsätzlich nicht akzeptabel.“

„Es ist ein einmaliger Vorgang, der bei uns auch Fragen zu der Haltung des Bundes und anderer Institutionen hinterlässt, die die DESG finanzieren.“ Der Vorgang werfe „wesentliche rechtliche Fragen auf, die wir prüfen werden“, so Balkausky weiter.

DOSB: „Pressefreiheit respektieren“

Ähnliche Worte fand der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB). „Wir erwarten von unseren rechtlich eigenständig und autonom handelnden Mitgliedsorganisationen, dass sie die Pressefreiheit in gleicher Weise respektieren, wie wir das tun“, hieß es in einer Stellungnahme.

Die Pressefreiheit sei ein „essenzielles Gut unserer Demokratie, das der DOSB selbstverständlich respektiert und wertschätzt“.

DESG-Präsident Matthias Große

Das, was passiert ist, ist die größte Schande. Jeder kann mit mir sprechen außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt.

Große spricht von „Schmutzkampagne“

Der Berliner DESG-Präsident Matthias Große verteidigte auf der Pressekonferenz am Donnerstag das Hausverbot für die beiden ARD-Journalisten und sprach von einer „Schmutzkampagne“ gegen seinen Verband. „Das, was passiert ist, ist die größte Schande. Jeder kann mit mir sprechen außer Jörg Mebus und Hajo Seppelt“, sagte Große.

Der Lebensgefährte der fünfmaligen Olympiasiegerin Claudia Pechstein sprach von einem „Hassspiel“ gegen den Verband, sich und auch seine Partnerin. „Die ARD und Hajo Seppelt haben uns die Olympischen Spiele gecrasht und das lassen wir nicht zu. Das geht so nicht“, sagte Große.

Die DESG um den umstrittenen Präsidenten Matthias Große hatte die Pressekonferenz am Donnerstag anberaumt, um Stellung zu dem „Sportschau“-Bericht zu beziehen. Der Berliner Müggelturm gehört Große.

Sendung: rbb|24, 26.02.26, 15 Uhr