„Einvernehmliche Beendigung“: Bahn-Finanzvorständin verliert nach nur vier Monaten ihren Job

„Einvernehmliche Beendigung“Bahn-Finanzvorständin verliert nach nur vier Monaten ihren Job

26.03.2026, 22:14 Uhr

Karin-Dohm-damalige-Finanzvorstaendin-der-Hornbach-Holding-AG-und-der-Hornbach-Baumarkt-AG-aufgenommen-vor-einer-Bilanz-Pressekonferenz-der-Hornbach-Gruppe
Dohm war nur kurze Zeit Teil des Vorstands. (Foto: picture alliance/dpa)

Beim größten deutschen Schienenkonzern gibt es einen Umbau im Vorstand. Die Deutsche Bahn trennt sich von ihrer Finanzchefin Karin Dohm. Zuvor hatte es massive Vorwürfe gegen die Führungskraft gegeben.

Die Deutsche Bahn hat sich nach nur rund vier Monaten von Finanzvorständin Karin Dohm getrennt. Man habe sich „in gemeinsamen Gesprächen einvernehmlich auf eine Beendigung der Zusammenarbeit verständigt“, hieß es in einer Mitteilung der Bahn. Der Konzern verwies darauf, dass diese Entscheidung „ausdrücklich nicht aufgrund der in der Öffentlichkeit diskutierten Vorwürfe oder Mutmaßungen, mit denen der Aufsichtsrat sich eingehend befasst hat“ getroffen worden sei.

Die „Süddeutsche Zeitung“ hatte bereits vor gut vier Wochen über eine mögliche Entlassung Dohms berichtet. Sie soll der Zeitung zufolge als Finanzvorständin zahlreiche Menschen gegen sich aufgebracht haben, darunter auch Politiker und Arbeitnehmervertreter. Unter anderem soll sie sich demnach immer wieder mit anderen Führungskräften wegen Kleinigkeiten angelegt haben. Von der Bahn hieß es hingegen, es habe sich gezeigt, „dass unterschiedliche Vorstellungen über die zukünftige Ausgestaltung der Funktion sowie zentrale Fragen der Unternehmensentwicklung bestehen“.

Dohm hatte dem Bericht zufolge zuletzt vor allem den mächtigen Konzernbetriebsrat gegen sich aufgebracht: Sie unterschrieb laut SZ im Dezember eine sogenannte Gesellschafterweisung, die die Aufspaltung der Bahn-Tochter DB Services zur Folge hat – allerdings ohne zuvor mit den zuständigen Interessenvertretern zu sprechen.

Die Konzernbetriebsratsvorsitzende Heike Moll kritisierte das in einer der SZ vorliegenden Information an die Mitarbeiter mit scharfen Worten. „Die Vorgehensweise, für die sich Karin Dohm bei der DB Services entschieden hat, zeugt weder von sozialer Kompetenz noch von Wertschätzung gegenüber den Beschäftigten“, heißt es dort. „Würden Mitarbeitende derart gegen dienstliche Absprachen verstoßen, müssten sie um ihre berufliche Zukunft bangen“, zitiert die Zeitung weiter.

Dohm war erst seit Anfang Dezember Finanzvorständin bei der Bahn. Zuvor war sie Finanzchefin bei der Baumarktkette Hornbach.

Quelle: ntv.de, lme/dpa/AFP