

Die minderjährigen Kinder des früheren Fußball-Nationalspielers und Bayern-Profis Jérôme Boateng dürfen in der ARD-Serie „Being Jérôme Boateng“ nicht mehr gezeigt werden. Der Bayerische Rundfunk und die Produktionsfirma des Films akzeptierten eine entsprechende einstweilige Verfügung des Landgerichts Hamburg und gaben strafbewehrte Unterlassungserklärungen ab. Das teilte die Kanzlei Schertz Bergmann mit, die Boatengs Kinder vertritt.
Abmahnung blieb erfolglos
Die Mutter der Kinder habe der Veröffentlichung von Fotos schon vor der Ausstrahlung der Sendung widersprochen. Der Bayerische Rundfunk habe sich jedoch über den erklärten Willen der Mutter hinweggesetzt. Nachdem eine Abmahnung erfolglos gelieben sei, habe man eine einstweilige Verfügung beantragt. In der Sendung seien Fotos der Kinder von Boateng insgesamt elf Mal gezeigt worden.
Die Serie, so die Kanzlei Schertz Bergmann, stehe seit ihrer Erstausstrahlung in der Kritik, umso wichtiger sei es, dass die Kinder des ehemaligen Nationalspielers nicht mehr instrumentalisiert werden könnten.
2024 war Boateng wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer Geldstrafe und einer Verwarnung mit Strafvorbehalt verurteilt worden. Der ihm zur Last gelegte Vorfall aus dem Jahr 2018 betraf seine damalige Lebensgefährtin – die Mutter seiner Kinder. In der Doku wird das nur am Rande erwähnt.
Aus diesem Grund hatte es Kritik an „Being Jérôme Boateng“ gegeben, aber auch wegen der Thematisierung der Beziehung Boatengs zu dem Model Kasia Lenhardt, das sich Anfang 2021 das Leben nahm. Der Anwalt Alexander Stevens, der in der Doku als Strafrechtsexperte auftaucht, sagte, seine Aussagen seien stark verkürzt und aus dem Kontext gerissen worden. Die Journalistin Gabriela Keller und die Podcasterin Gizem Çelik kritisierten die ihres Erachtens mangelhafte redaktionelle Verarbeitung ihrer Beiträge in den Film. Der Anwalt der Familie von Kasia Lenhardt hatte, wie er der Deutschen Presse-Agentur sagte, in deren Auftrag „eindeutig“ darum gebeten, „das Thema Kasia Lenhardt nicht aufzugreifen“. Das geschah dann aber doch.
Die ARD und der Bayerische Rundfunk hatten die Produktion verteidigt. Die Interviewpartner, die in „Being Jérôme Boateng“ zu Wort kommen, seien darüber informiert worden, dass der ehemalige Fußbalsspieler an der Doku mitwirke. Ihre „zentralen Einordnungen“ habe die Doku wiedergegeben.
