Einbußen von HunderttausendenZehn Jahre Teilzeit kosten bis zu 200.000 Euro beim Vermögensaufbau
02.04.2026, 17:58 Uhr
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Teilzeitarbeit mindert die private Altersvorsorge durch geringere Sparraten und Zinseszinseffekte. Wie sehr sich das im Alter auswirken kann, hat das Vergleichsportal Verivox beispielhaft errechnet.
Für die Familie im Job kürzertreten bedeutet auch, Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen – außerdem deutlich weniger Rücklagen. Darunter kann der Vermögensaufbau erheblich leiden. Wer seine Arbeitszeit etwa für zehn Jahre halbiert – und damit auch die Zahlungen für die private Altersvorsorge – kann das zum Renteneintritt mit mehreren hunderttausend Euro Einbußen bezahlen. Das hat das Vergleichsportal Verivox errechnet.
In dem konkreten Szenario investiert eine vollzeitbeschäftigte Person ab dem 30. Lebensjahr monatlich 300 Euro in einen ETF-Sparplan, der Jahr für Jahr eine Rendite von 7,5 Prozent abwirft. Bis zum Renteneintritt mit 67 Jahren liegt der Depotwert so bei rund 730.000 Euro, wovon lediglich 136.800 Euro auf eigene Einzahlungen entfallen.
Zinseszinseffekt entfaltet sich weniger stark
Angenommen, dieselbe Person würde in der Zeit zwischen 30 und 40 Jahren nur halbtags arbeiten und in dieser Zeit auch nur die Hälfte – also 150 Euro – in den Sparplan einzahlen und erst anschließend wieder auf Vollzeit und die Sparrate von 300 Euro pro Monat aufstocken, werden bis zum Renteneintritt insgesamt immerhin noch 118.800 Euro Beiträge eingezahlt. Der Depotwert liegt dann allerdings durch den geringeren Zinseszinseffekt nur bei rund 529.000 Euro, also um mehr als 200.000 Euro niedriger.
Dennoch: Wer nur geringere Sparraten aufbringen kann, legt trotz allem einen Grundstein für ein beachtliches Vermögen. Wer beispielsweise 100 Euro monatlich über 37 Jahre anlegt, kann sich im Rentenalter über ein Depotvermögen von gut 243.300 Euro freuen. Selbst eingezahlt wurden davon lediglich 45.600 Euro.
Knapp jede zweite Frau in Teilzeit
Bei vorübergehender Reduzierung der Arbeitszeit auf eine Dreiviertelstelle und der entsprechenden Anpassung der Beiträge lägen mit 67 Jahren noch immer mehr als 100.000 Euro weniger im Depot. Ganz zu schweigen von den Einbußen, die die Teilzeitarbeit darüber hinaus bei der gesetzlichen Rente hat.
Von dem finanziellen Nachteil sind in Deutschland überwiegend Frauen betroffen. Laut Zahlen des Statistischen Bundesamts arbeitet rund jede zweite Frau (49 Prozent) in Teilzeit, während es bei den Männern nur rund jeder Achte ist (12 Prozent). „Die finanziellen Folgen von Teilzeitphasen werden noch immer häufig unterschätzt“, sagt Melanie Ulbrich, Finanzexpertin bei Verivox.
Sie rät Paaren, bei denen Teilzeitarbeit unvermeidbar ist, zu einem finanziellen Ausgleich für den benachteiligten Partner, um zumindest einen Teil der Versorgungslücke zu schließen.
