Ein Rückgang von 40 Prozent: Kiews Treffer lassen Putins Öl-Exporte einbrechen

Ein Rückgang von 40 ProzentKiews Treffer lassen Putins Öl-Exporte einbrechen

25.03.2026, 19:49 Uhr

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Krisenstimmung bei Kremlchef Wladimir Putin nach ukrainischen Angriffen auf Russlands Ostseehäfen. (Foto: picture alliance / ZUMAPRESS.com)

Massive Angriffe der Ukraine auf russische Häfen und Raffinerien treffen Russlands Wirtschaft ins Mark. Um mindestens 40 Prozent sind Moskaus Öl-Exporte eingebrochen, schätzen Experten. Im Kreml spricht man deshalb von Terror.

Nach ukrainischen Drohnenangriffen, einer Attacke auf eine Ölpipeline und der Beschlagnahmung von Tankern sind mindestens 40 Prozent der russischen Ölexporte vorerst gestoppt. Dies geht aus Berechnungen der Nachrichtenagentur Reuters auf Basis von Marktdaten hervor. Demnach sind rund zwei Millionen Barrel pro Tag von den Ausfällen betroffen. Es handelt sich um die umfangreichste Unterbrechung der Öllieferungen in der jüngeren Geschichte Russlands, des weltweit zweitgrößten Ölexporteurs. Die Ölförderung ist eine der Haupteinnahmequellen für den Staatshaushalt und von zentraler Bedeutung für die Wirtschaft des Landes.

Die Ukraine hat im März ihre Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur verstärkt und dabei die drei wichtigsten westlichen Exporthäfen Noworossijsk am Schwarzen Meer sowie Primorsk und Ust-Luga an der Ostsee getroffen. Das Terminal in Noworossijsk, das bis zu 700.000 Barrel pro Tag abfertigen kann, verlädt seit einem schweren ukrainischen Drohnenangriff Anfang des Monats weniger Öl als geplant.

Die ukrainischen Strategen zielen mit den Angriffen auf Pumpstationen und Raffinerien darauf ab, die russischen Öl- und Erdgaseinnahmen zu schmälern, die etwa ein Viertel des Staatshaushalts ausmachen. Russland bezeichnet die gezielten ukrainischen Angriffe als Terror und hat die Sicherheitsvorkehrungen über seine elf Zeitzonen hinweg verschärft.

Druschba-Pipeline außer Betrieb

Schmerzhaft für Russland ist auch der Ausfall der Druschba-Pipeline, die durch die Ukraine führt. Die Ukraine ließ bislang Lieferungen zu, da sie an internationale Transitverträge gebunden ist. Nach ukrainischer Darstellung ist ein Teil der Röhre Ende Januar durch russische Angriffe beschädigt worden. Die Slowakei und Ungarn, die über diese Pipeline Öl aus Russland bezogen haben, haben die Ukraine aufgefordert, umgehend die Lieferungen wieder zu ermöglichen.

Neben den Drohnenangriffen drosseln Beschlagnahmungen von Tankern mit Russland-Bezug in Europa den Export von arktischem Öl aus dem Hafen Murmansk um 300.000 Barrel pro Tag, wie es aus Händlerkreisen hieß.

Die russischen Ölexporteure versuchen deshalb, sich auf asiatische Märkte zu konzentrieren. Etablierte Routen in dieses Absatzgebiet haben Händlern zufolge jedoch nur begrenzte Kapazitäten. Dennoch liefert Russland weiterhin ununterbrochen rund 1,9 Millionen Barrel pro Tag nach China, unter anderem über die Pipelines Skoworodino-Mohe und Atassu-Alaschankou sowie über den Seeweg aus dem Hafen Kosmino. Zudem werden täglich etwa 250.000 Barrel aus dem fernöstlichen Sachalin verschifft und rund 300.000 Barrel an Raffinerien im benachbarten Belarus geliefert.

Quelle: ntv.de, mau/rts